Peru – Pacasmayo, vorerst die letzte

30. Oktober 2007 von Ina und Ansgar

You know the kind of guy who always says bad things and then wonders why bad things happen to him? That guy is me. My name is Ansgar.

Endlich ist es passiert: wir wurden beklaut. Aber erst mal der Reihe nach.

Nach einer weiteren perfekten Session in El Faro (Pacasmayo), in der ich die erste Tube dieses Urlaubs hatte (dazu vielleicht die geilste meines Lebens) dachte ich, mir koennte so schnell nichts mehr das Grinsen aus dem Gesicht wischen. Dieses mal bin ich uebrigens mit dem Mototaxi zum Spot gefahren (wenn man eh staendig “gringo” genannt wird, kann man sich auch so benehmen). Falls es noch eines Beweises bedurft haette, dass die Fahrer wahnsinnig sind, wurde er an diesem Tag erbracht: als Ergebnis der cleveren Routenwahl blieb das Taxi stecken und ich durfte es fuer meinen ueberteuerten Fahrtpreis eigenhaendig aus dem Sand schieben. (El Faro ist uebrigens vor dem Leuchtturm, den man auf dem ersten Foto rechts am Bildrand gerade noch erkennen kann. Vielleicht habe ich Glueck, und einer der Brasilianer, die ich an dem Morgen am Spot getroffen hat, schickt mir wie versprochen noch ein Foto von der Session [O-Ton des Fotografen: "Ich surf nur mit Sonne und Frauen am Strand"], falls wir wirklich ueber das gleiche geredet haben – er portugiesisch, ich spanglisch).

Hier ein paar Eindruecke von Pacasmayo:

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Hostal Duke Kahanamoku und Otto, der freundliche Christ auf seinem Hoellenofen (wer hat eigentlich letztes Jahr hier seine Pizza im Kuehlschrank vergessen?)

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Nachdem Otto uns beim vorehelichen Petting erwischt hat, muessen wir taeglich vor einem der vielen Jesusbilder in seinem Hostel den Rosenkranz beten.

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Auf einem Foto konnten wir feststellen, dass Otto frueher sehr starke Aehnlichkeit mit Earl hatte. Auch seine Lebensgeschichte weisst einige Parallelen auf. Sein Charakter einige zu Randys.

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Der Rikshafahrer noch lebensfroh und selbstbewusst, bevor er an Ansgars Wadenbein zerschellte.

Dann haben wir uns mittags nach Chicama aufgemacht, um kleinere Wellen fuer eine gemeinsame Session zu finden. Ausserdem ist das sagenumwobene Chicama einer der Hauptgruende, warum wir ueberhaupt nach Peru gefahren sind. Fing auch alles ganz gut an, nachdem wir die komplizierte Busverbindung entschluesselt haben (alle Busverbindungen sind privatisiert, und natuerlich gibt es keine allgemeinen Infos und meist nicht mal Fahrplaene, ausser fuer die Langstrecken), kamen wir ganz stolz und voller Vorfreude an einer der laengsten linken Wellen der Welt an. Und zum Glueck lief auch ein guter Meter, und das einfach perfekt! Die ganze 4km lange Bucht war voller Lines. Auch wenn es zu klein war, um alle Sections zu verbinden, war der Anblick atemberaubend, zumal die Bucht mit ihren hohen sandigen Klippen ohnehin superschoen ist. Der ganze Strand war voll kleiner Krebse, die umherflitzten. Auch hier weckt die Vorfreude auf die perfekt an einem vorbeilaufenden Wellen den Tiger in dir fuer den Marsch zum Peak, der einem Schweissrinnsale durch die Koerperfalten laufen laesst.

Ich (Ina) hab zwar alles gegeben, hab mich aber ungefaehr bei jedem Take Off aufs Maeulchen gelegt und dabei so manche Ohrfeige von der Wasseroberflaeche kassiert. Dafuer haben aber zwei junge Hirten auf ihrem Zodiac Gefallen an mir gefunden, so sehr, dass sie Ansgar und mich auf eine Spritztour ins Boot eingeladen haben, und wir so auch die wunderschoene naechte Bucht sehen konnten (und erstmals auf einem Schlauchboot Wellen gesurft sind). Deren eigentlicher Job wuerde allerdings an 99% der Spots dieser Welt zu Mord und Totschlag fuehren: im Auftrag des neuesten, teuersten Hotels am Ort fahren sie die dort hausierenden Surfer immer wieder an allen anderen vorbei (!) zurueck an den Peak, was bei dieser Wellenhoehe und dem Koennen der Malibufahrenden Amis dabei allerdings nicht nur asozial sondern auch majorschwachsinnig war.

Weil wir 3h bis zum Sonnenuntergang im Wasser waren, ausgehungert bei El Hombre auf ein “Lomo Saltado” einkehren mussten, und uns mit zwei netten Australiern verquatschten (Networking) haben wir die Busse zurueck verpasst und damit fing Karma an, sich gegen uns zu wenden: zum Glueck hatten wir genug Geld mitgenommen (nicht), um fuer Eventualitaeten geruestet zu sein. Die Rechnung fuers Essen abgezogen hatten wir weder genug Geld fuer ein Taxi zurueck nach Pacasmayo (wo unsre Sachen bei Otto lagerten) noch fuer die Nacht im Zimmer von El Hombre plus die Rueckfahrt im Bus am naechsten Tag. Nachdem die nette Herbergsmutter Doris uns 10 Soles fuer die Uebernachtung erlassen hatte, wollten wir unsre Surfsachen aufs Zimmer bringen und mussten dann feststellen, dass Karma (durch die dreckigen Haende eines miesen Diebes) uns auch Ansgars Neopren-Booties genommen hatte. Das schlimme daran ist, dass hier ohnehin kaum Surfgear zu bekommen ist, die Erwaehnung der Schuhgroesse 46 zusaetzlich regelrecht zu Gelaechter fuehrt. Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten Spots hier ohne Booties nur durch Tausch gegen Fussfleisch zu surfen sind, von der Wassertemparatur mal ganz abgesehen.

Immerhin bekamen wir weitere Mitleidsgeschenke, ein paar Soles von den Australiern fuer Nahrung, ein Bier und Fruehstueck von Doris.

ImageShack Das Ergebnis der Morgensession in Chicama ohne Booties: 7 Schnittwunden (Anselm, irgendwie hab ich [Ina] dich auf dem Wasser vermisst, du haettest Ansgar so dringend den Wutstab zwischen die Zaehne stecken muessen!) Aber in der Session hab ich (Ina) wenigstens 2 Wellen bekommen!

Chicama haben wir also ziemlich frustriert wieder verlassen, den Scheisswiggel, den wir jetzt wegen der Booties haben, waren die kleinen Wellen irgendwie auch nicht wert…

Heute nacht gehts erstmal mit einer noch billigeren Uebernachtfahrt weiter in den Norden nach Lobitos.

P.S.: Der Peruaner liebt Paraden jeglicher Art und zu jedem Anlass. Unsre Theorie ist, dass er dies hauptsaechlich tut, um seiner eigentlichen Leidenschaft nachzugehen: unmenschlich viel Krach machen. Der Umzug gestern nacht zu Ehren des “Monats der Wunder” haette in Deutschland die Ordnungsaemter aus allen umliegenden Gemeinden auf den Plan gerufe, vor allem angesichts der Uhrzeit (0h).

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P.P.S.: Aus gegebenem Anlass (”Ansgar” -”That country in Northamerica?!”) bitten wir um Vorschlaege fuer einen Spitznamen fuer Ansgar, der erinnert und von der lokalen Zunge ausgesprochen werden kann!

  • Es geht mir: vercheckt
  • Heute schon surfen gewesen: Nein
  • Spot-Name: Chicken Walter
  • Spot-Typ: ---
  • Aktuelle Wellenhoehe: ---
  • Wellenform: ---
  • Spotbedingungen: ---
  • Wind: ---

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Keine Kommentare

  1. T-Low

    Huhu.

    Die Bilder sind mal wieder sehr fein, wobei ich die Parade doch schon bemaengel. Das geht besser.
    Aber gut – was in Peru die surfenden Brasilianer, sind vermutlich in Brasilien die paradierenden Peruaner.
    Jeder nur ein Kreuz!

    Ich hab’ am Wochenende meine neue Lieblingsseite fuer die naechsten Wochen gefunden: http://www.dragonball-tv-com.
    Endlich kann ich mir die ganzen Z-Saga ansehen, am Stueck, ohne Werbung und auf Englisch. Wie geil ist das eigentlich?

    Wegen des Spitznamens fuer den Schwager werf’ ich mich mal ins Rennen und starte bewusst niedrig mit einem Vorschlag:

    Blondie!

    So long,
    T.

  2. Randy

    “Earl?”

    “Yes, Randy?”

    ”You know, I have been thinking: Maybe the thieves will return your Boobies when they can’t find anyone that bigsized in all Peru.”

    ”No, Randy, I don’t think the will. And, by the way: They took my Booties, not my Boobies.“

    “That’s a shame, Earl.”

    “It certainly is, Randy, it certainly is.”

    “Earl?”

    “Yes Randy?”

    “Can I have the pizza from the freezer?”

    “Maybe that’s not such a good idea, Randy.”

    “Okay. Good night, Earl.”

    “Good night, Randy.”

  3. Rasi

    Ola, Senor Crabman y Dona Pepa!

    Da euch die diversen Mütter angesichts des Bootie-Missgeschicks ja wahrscheinlich genügend Mitleid zuteil kommen lassen werden, schenke ich mir das, denn schon Konfuzius hat gesagt: “Wenn sie dir deine Booties stehlen, lerne, auf den Händen zu laufen!”

    Stattdessen hier einige durch eure letzte Fotostrecke ausgelöste Fragen:
    Sind das Gräber für die Opfer der jüngsten Straßenschlachten auf Bild 2?
    Und ist Altomayo braune Mayonnaise?
    Und bist du sicher, dass der Rikshafahrer dich aufgrund seiner Fingerhaltung nicht verflucht hat?
    Und seit wann betet Ina einen schwulen Jesus an?

    In Bezug auf das Namensproblem: Nenn dich doch einfach Felix, das können die alle aussprechen und hat zudem einen positiven Klang: Felis navidad!
    Nur Ina hat vielleicht gewisse Probleme, dich so zu nennen …

    I must go now, I have diarya!

    PS. Vergiss bitte nicht, Ansg…, Felix, dass dein Held Jon Heder morgen 30 wird!
    Und den richtigen Felix nennen wir jetzt mit Vornamen einfach nur noch “Meister”:
    Bringt mir den Wein, die beiden Brote und die drei Fische, ich will wundern.
    Amen

  4. Rasi

    Und – nachdem ich das Bild jetzt vergrößert habe – die brennendste aller Fragen: Ist in der Pura-Vida-Konservendose wirklich Spiderman-Saft drin?

  5. cosmic bandito

    hola!
    so, melde mich jetzt auch mal bevor wir uns morgen von mutierten mosquitos auffressen lassen. neopren booties sind hier leider auch eher ne seltenheit, aber vielleicht tuen es ja auch zwei mexikanische neoprenshirt in grande? koennten nur was eng sein, aber besser als nix… sag bescheid und ich schick sie mit der naechsten bandito-gallere!

    senor rodriguez

    ps. rodriguez ist uebrigens mein vorschlag fuer nen spitznamen der bekanntermassen in ganz suedamerica und allen bandito-strongholds dieser welt angst und schrecken verbreitet…

  6. MaRe

    Hallo, Ihr Zwei,
    nach schön, die Premiere ist vorbei und normalerweise sollte doch nach einer Premiere nichts mehr schief gehen, oder? Es war doch nur Geld und die Booties? Wie Rasi so schön sagt, Ansgar, du hast ja noch Hände…und Ina, die dich pflegen kann…
    Wichtig ist, dass ihr das Handy und die Kamera noch habt, denn die Fotos sind einfach Klasse und bringen ein wenig Nähe daher, manchmal das Handy auch Sportergebnisse. Zurzeit jedoch nicht, die Zeit zum ausgiebigen Schauen war sehr knapp. Das soll wieder besser werden, aber bei permanentem Kabelanschluss genießt ihr ja einen Luxus, der meine Infolücken sicherlich gut schließen kann, oder?
    Ach ja, gut, dass ich jetzt weiß, wer Kurt wirklich war: Kein Schwein wird je wieder von mir so benannt, es sei denn, ich kann es (ihn – sie) gar nicht leiden, so z.B. die Diebe, die Kurts, die…
    In unserem Garten fallen die Bäume und die Fliesen halten Einzug. Einen Balkon gibt es zurzeit nicht mehr. Mal sehen, was das am Ende alles noch wird…
    Joe Cocker war gut, der hat es noch drauf, obwohl er weitgehend auf Videowände verzichtete. War ein netter Abend mit T-Low.
    Liebe Grüße, wo immer ihr auch seid. Google Earth wird mich leiten…
    MaRe

  7. T-Low

    Mein zweiter Vorschlag fuer einen Spitznamen:

    “El Indio” oder eben nur “Indio”.

    Direkt aus “A few dollars more” mit dem Eastwood, dem Clint.

    T.

  8. Hans Elm

    hallo Machete und sein Weib
    Erstmal an Ina, wenn er wütend wird mach in noch wütender, dann geht er wegen überhitzung auf standby und kann sich danach an nichts erinnern! Außerdem hat Lisa gestern extra für dich eine In touch erstanden:
    Angelina ist Alkoholikerin und Brad findets scheiße! “süppel süppel”
    Jennifer Aniston ist intim waxing süchtig! “extra glatt”
    Lincoln Burrows hat seine Frau verlassen! “Arschloch”
    Justin Timberlake ist überraschenderweise arrogant und Jessica Biels Freunde finden es doof!
    Irgendwer ist schwul und irgenwer magersüchtig!
    An den Rikshafahrer: Er soll den Stunt aus Ong Bak nachmachen!
    Der Ftp-Server funktioniert soweit, ich muss nur noch an der Sicherheit tüfteln, und dass geht nur von Greven aus!
    Die Medion Affen melden sich nicht! Aber da kümmer ich mich drum.
    So und wie schon per sms erwähnt bin ich ziemlich stoked vom Kite fliegen, das wasser ist zu kalt, aber auch an Land spricht nichts gegen Meter hoch springen! Sehr cool ist auch, dass bei gutem Wind und der richtigen Strömung am Pier kleine Wellen aller Supertanker brechen die man mit dem Longboard abreiten kann. Ansonsten nicht viel neues.
    Thema booties: Such dir ne alte Frau die aus Papajas und Gnu-Häuten neue für dich klöppelt, so mach ich das immer!
    peace

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