Costa Rica – Cahuita 2

4. Januar 2008 von Ina und Ansgar

OK!

Wir hatten ja behauptet, dass wir Sylvester in Panama auf der Isla Grande verbringen wollten.

ImageShack

Wir haben uns auch dorthin auf den Weg gemacht und sind – nach dreimaligen Umsteigen in panamanesische Partybusse (ausrangierte amerikanische Schulbusse, die dann nach Herzenslust getunt und gepimpt werden, z.B. mit Haiflossen auf dem Dach und Auspuffanlagen, die deutschen TUV-Pruefern die Traenen in die Augen treiben wuerden) – mal wieder im stroemenden Regen nachts angekommen. Kroenender Abschluss der Reise war die Fahrt im Metallboot uebers Meer, bei Gewitter, und in der Mitte des Bootes stand ein Mann mit aufgespannten Regenschirm als Blitzableiter. Der lustige Name des Hostels “Super Jackson” hat uns trotzdem erheitert.

Als wir am naechsten Morgen aufwachten, konnten wir nach einem Fruehstueck mit Meerblick und einem kleinen Spaziergang (um die ganze Insel braucht man nicht mal eine Stunde) feststellen, dass die Isla Grande ein traumhaftes Fleckchen in der Karibik ist, palmenuebersaeht, weissbesandet, und bunt behaust – nur die Wellen konnten da nicht mithalten: Das Riff (der einzige Break auf der Insel selbst) hat nicht grade die perfekte Form, die Wellen waren hier kleiner als erwartet und zusaetzlich ballerte ein starker Onshore-Wind. Und wie das Surferherz so tickt, haben wir uns daher in einer Art Kurzschlussreaktion entschlossen, von der Insel zu fliehen, mit dem Plan, den Swell und Sylvester doch lieber in Bocas del Toro zu verbringen…

ImageShack ImageShack ImageShack ImageShack ImageShack ImageShack ImageShack ImageShack ImageShack ImageShack ImageShack ImageShack ImageShack
Diese Fotos sind schmeichelhaft fuer die Session.

Also uns und unser Gepaeck ueberstuerzt und euphorisch fuer den Plan in die Kleinbusse gezwaengt, es ein zweites Mal geschafft, in der Piratenstadt Colon nicht ausgeraubt zu werden (Colon ist eine grosse Hafenstadt und ein rauhes Pflaster mit seltsamen Gestalten, in der man nicht unbedingt mehr Zeit als noetig verbringen moechte) – doch am Busterminal in Panama City wurde uns schmerzhaft die Realitaet bewusst: wir waren 2 Tage vor Sylvester nicht die einzigen Reisewilligen. Zudem waren in der Partystadt (!) Bocas laengst alle Unterkuenfte ausgebucht, was wir trotz unseres panamanesischen Handys mit diversen Hosteltelefonnummern (!) nicht fuer noetig befunden hatten zu ueberpruefen.

Nach kurzer Panik mit Visionen von Sylvester am Busterminal, schmiedeten wir Plan D: Costa Rica. (Plan C: Rueckkehr nach Isla Grande war auch nicht mehr moeglich, da unser Zimmer, das offenbar letzte auf der Insel, mittlerweile auch vergeben war). Nachdem Ina sich die Fingerchen wund telefoniert hatte, konnten wir dann auch noch am entlegensten Winkel von Cahuita ein Zimmerchen reservieren. Doch auch Costa Rica ist offensichtlich ein beliebtes Sylvesterreiseziel, und wie der Ticketverkaeufer uns mitleidig bestaetigte, waren die naechsten Busplaetze nach San Jose erst fuer den 1. Januar frei. Zumindest konnten wir fuer die naechste Nacht noch zwei Tickets Richtung Bocas del Toro bekommen, von wo aus wir uns zur Grenze durchschlagen wollten.

Nach einer Nacht im Hotel Riazor (billig, sauber, sicher, Kabel-TV) in Panama City mussten wir wieder einen halben Tag im Einkaufszentrum am Busterminal verbringen (Mallrats laesst gruessen), bis es dann endlich losging. (Ansgar sah die ganze Zeit vor seinem inneren Auge ein Set nach dem anderen hinfortrollen). Als wir dann schon startklar am Gate standen (und dieses Mal sogar die beiden 5 Ct.-Stuecke Bussteiggebuehr fuers Drehkreuz griffbereit hatten), verkuendete ein missmutiger Angestellter die frohe Botschaft, dass unser Bus irgendwo zusammengebrochen war und wir deshalb mitten in der Nacht Busse wechseln mussten (wahrscheinlich, und nochmal vielen Dank fuer die genauen Infos). Wir waren allerdings froh, dass ueberhaupt fuer Ersatz gesorgt wurde.

ImageShack In der Albrook Mall wurde die weisse Frau kurzfristig vom Weihnachts-King Kong geraubt, was aber nicht so schlimm war, weil er ab der Brust in Beton steckte… (das kommt davon, wenn man kurz einschlaeft: der Dschungel ist weg und um einen herum wurde eine Mall gebaut).

Nachdem wir also das auch ueberstanden hatten, und uns ein Taxi zur Grenze gebracht hatte, mussten wir uns zu Fuss ueber eine baufaellige Bruecke (hier wollen wir gar nicht erst vom TUV anfangen) begeben. Die Angst, in den wahrscheinlich krokodilbevoelkerten Fluss zu stuerzen, wurde noch durch den Umstand genaehrt, dass dieses rostige Gebilde auch noch von beladenen LKWs ueberquert wurde. (Dann musste man sich mit seinem ganzen Gepaeck ans Gelaender quetschen). Immerhin macht sich hier weder der Panamanese noch der Costa Ricaner (Tico) besonders viel Stress mit Einreiseformalitaeten.

ImageShack ImageShack ImageShack

So sassen wir dann eine Stunde spaeter im Bus nach Cahuita, in dem die  saeuselnde Fahrstuhlmusik wohl ueber die bisher schlechtesten Strassen (eher Schlaglochkabunkel als zusammenhaengende Oberflaeche) hinwegtaueschen sollte. Unsere Hausherren (eine Schwaebin und ein Ruhrpottler – Cabinas Algebra) holten uns ab und begruessten uns freundlich mit kaltem, selbstgemachten Saft (Mango, Papaya und was man sonst noch so im Garten hat). Dabei stellte sich das “Zimmerchen” als ganze Cabina mit Kueche inmitten eines tropischen Parks heraus, und die Lage erwies sich ebenfalls als perfekt, da wir direkt zwischen zwei Beachbreaks wohnen. So verbrachten wir Sylvester auf unserer kleinen Veranda in Haengematten und obwohl Ina um 12 kein grosses Feuerwerk zu sehen bekam, war der Sternenhimmel ueber  den Palmen mindestens genauso spektakulaerer Ersatz. (Feuerwerk, d.h. fuer die Ticos weniger Freude an bunten Lichtspielen als viel mehr Kriegsspiel mit ohrenbetaeubenden Boellern = Klasse 4 Granaten)

Die drei Straende in Cahuita sind einfallsreich als Playa Blanca (ja, weisser Sand), Playa Negra (genau, schwarzer Sand) und Playa Grande (Ueberraschung, der groesste von allen) benannt. Wir wohnen am naechsten an Playa Grande, wo die Wellen scheinbar immer am groessten sind, vor allem aber hatten wir hier jetzt seit 3 Tagen glassy Bedingungen, fast immer fuer uns ganz alleine. Die anderen Straende sowie das Zentrum von Cahuita kann man am besten per Fahrrad erreichen – Beachcruiser konnten wir guenstig beim Hostel mieten. Bei Nacht und Regen ohne Licht wird das Befahren der Kraterlandschaft (”Strasse”) allerdings zur echten Herausforderung.

Playa Grande:

ImageShack ImageShack ImageShack ImageShack ImageShack ImageShack ImageShack ImageShack ImageShack ImageShack ImageShack ImageShack ImageShack ImageShack ImageShack ImageShack ImageShack

Die Wellen sind schnelle, hohle Beachbreaks, die bei der momentanen Groesse  (2,5m) ordentliche, wenn auch nur manchmal machbare Barrels schmeissen. Allerdings ist das Rauskommen nicht gerade leicht und die Stroemung auch ziemlich stark, und auch laengere Fotosessions am Strand werden durch zahlreiche Sandfly-Geschwader erschwert.

Playa Negra (der erste “Woodbreak”, den ich je gesurft hab, denn der ganze Meeresboden ist mit Palmentreibholz bedeckt):

ImageShack ImageShack ImageShack ImageShack ImageShack ImageShack

Einen Morgen haben wir uns nach Salsa Brava (Puerto Viejo) aufgemacht, kamen aber zu spaet (Handykarte nachts kaputt gegangen = weckerlos); der Onshore hatte schon alles verblasen. Egal, die Abendsession am Playa Negra war wieder glassy.

Puerto Viejo:

ImageShack ImageShack

Die angebliche Trockenzeit bleibt leider nach wie vor aus, und so werden wir weiterhin mindestens einmal am Tag klatschnass geregnet – zumindest die Bauern und die Bluemchen freuen sich.
ImageShack

Trotzdem werden wir am Wochenende hierbleiben und hoffentlich sehen wir Salsa Brava auch noch mal feuern, denn fuer die Beachbreaks wirds wohl zu gross werden.

  • Es geht mir: durchnaesst
  • Heute schon surfen gewesen: Ja
  • Spot-Name: Playa Grande
  • Spot-Typ: Beach Break
  • Aktuelle Wellenhoehe: 8 Fuss / overhead
  • Wellenform: Hollow
  • Spotbedingungen: Clean
  • Wind: Offshore

Kategorie: Costa Rica, Mittelamerika Nächster Eintrag: Foto-resizing | Vorheriger Eintrag: Neue Galerie + Neuer Blogger + Neue Website

3 Kommentare

  1. 1984

    Hi Ihr beiden!

    Frohes Neues und alles Gute auch nochmal von Claudi und mir! Lieber spät als garnicht… Freu mich schon auf das, was da vor uns liegt!

    Ansonsten gibt es nix Neues aus der Anstalt, wie beschlossen ist ab dem 1.1. das Telekommunikationsgesetz in Kraft getreten. Orwell würde sich im Grabe umdrehen…

    Eure Fotos sehen ja mal wieder sehr ordentlich aus. El Paradiso?! O-Ton Claudi: “Ooooooh wie schöööön, was machen denn die Pferde da aufm Strand?!”. War mir ja egal, ich fragte mich eher, ob es da im Hintergrund irgendwo einen Channel nach draussen gibt… Die Wellen scheinen ja auch richtig wumms zu haben. Also gebt Gas und genießt es…

    Aloha,
    T&C

    PS: Ach ja, ab morgen abend gibts dann endlich Fotos aus Mexiko!

  2. mama

    Hallo Ihr beiden , wir sind wohlbehalten aus Collo zurück und werfen uns in die Terminfluten des neuen Jahres, welches ihr ja wiedermal mit viel Abwechslung

    gut erreicht habt! Ich habe nach euren Beschreibungen der diversen Weiterreisen den Eindruck, dass der Kick der hohen Wellen hinter den entsprechenden

    Adrenalinschüben bei den abenteuerlichen Orts- und Fahrbedingungen weit zurückbleibt! Na denn, Hals und Beinbruch!! Ps. Wir sollten dafür sorgen, dass im

    nächsten Entwicklungshelferteam unbedingt einige Tüvprüfer sind! Hel mm

  3. sven

    wahnsinn ich will genau den king kong zum geburtstag juhuhu!

    Die Genauigkeit der Floatzahl ist von der Bitzahl in der Mantisse abhängig!

Einen Kommentar schreiben