Portugal Zusammenfassung inkl. Fotos

15. April 2008 von Tobias

Hier nun die Zusammenfassung der letzten Woche, die ich mit meiner Freundin in Portugal an der Algarve verbracht habe. Aufgrund fehlender Internet-Cafe-Struktur bzw. akuter Faulheitsanfälle gibt es diesmal nur diese Zusammenfassung statt “Liveblogs”. Auf der folgenden Übersichtskarte sehen die Geographielegastheniker unter uns ersteinmal wo die Algarve überhaupt liegt.

Die zweite Karte dient der Übersicht über die Spots, die wir gesurft sind bzw. von denen ich berichten werde.

Zu den Modalitäten der Reise:

  • Last minute Flug via germanwings für 111 EUR pro Person inkl. Gebühren
  • Mietwagen für 126 EUR über Sixt Holidays inkl. aller Versicherungen und ohne Selbstbeteiligung im Schadens- oder Diebstahlfall (SO macht Autofahren Spaß…)
  • Unterkunft in Vale da Telha für 27 EUR / Nacht für 2 Personen (20 EUR wenn wir die ganze Woche geblieben wären) ohne Küche (buchbar via aljezur-info.de)
  • Unterkunft in Sagres für 25 EUR / Nacht für 2 Personen (ab 3 Nächten, sonst 30 EUR) inkl. Küche (direkt neben dem Alisuper auf’m Weg auswärts zum Mareta vom Hafen wegfahrend. Rechte Seite)

Am Montag ging es Abends von Köln/Bonn los Richtung Faro. Erster Schicksalsschlag: Germanwings hat sämtliche Getränke und das Essen gestrichen und verkauft diese nur noch. Auf meinen letzten Germanwings-Flügen gab es wenigstens noch ein Getränk und ‘nen Schokoriegel für umme.

In Faro landeten wir gegen 21.30h Ortszeit (eine Stunde Zeitverschiebung aktuell) und konnten den Flughafen dank schneller Gepäckausgabe und nur kleiner Wartezeit bei Sixt schnell in unserem Mitsubishi Colt in Richtung Aljezur / Vale da Telha verlassen. Von der Umgebung bekamen wir dank Dunkelheit leider nicht viel mit. Gegen 23.30h checkten wir im Casa das Palmeiras in Vale da Telha ein und fragten uns beim Einschlafen ob der Dauerregen wohl irgendwann aufhören würde… Tat er nicht. Den kompletten Dienstag schiffte es durchgehend und auch der Forecast hielt, was er versprach. Wellen irgendwo zwischen 5 und 7 Metern aus Süd-West und dazu ein peitschender Wind von 7 bis 9 Bft, machten die Westküste unsurfbar (sprich: nirgendwo ein Surfer im Wasser. Mit Jet-Ski wäre bei vorhandenen Eiern und Skills vielleicht etwas in Bordeira (siehe Foto) gegangen. Arrifana und Monte Clerigo waren zu verblasen) Wir sind dann direkt runter bis nach Sagres, wo allerdings auch weder der Beliche, noch der Tonel noch der Mareta wirklich gut liefen. An allen drei Stränden war wieder niemand im Wasser und da ich die Strände bzw. vielmehr deren Untergründe nicht kannte, ließ ich auch meine Finger davon, auch wenn es im Süden schon deutlich besser aussah als an der Westküste. Am Martinhal hätte am Dienstag was laufen können, allerdings kannte ich den Weg zum Spot da noch nicht (man muss von der Landstrasse Richtung Vila do Bispo bei “Restaurante” rechts reinfahren und dann durch die Touri-Siedlung runter), sodass ich die Welle nur aus der Entfernung vom Hafen von Sagres aus sehen konnte und wir vom Mareta aus dann direkt Richtung Lagos gefahren sind und auf dem Weg nur noch bei Zavial und Luz checken waren und auch dort keine surfbaren Wellen oder gar Surfer im Wasser zu finden waren.

Was Dienstag (und auch Mittwoch, um es vorwegzunehmen) allerdings lief, war der Meia Praia in Lagos. Wir kamen dort aber leider erst gegen halb 7 Abends an, sodass es nicht mehr lange genug hell war, als dass sich eine Session gelohnt hätte. Die Wellen liefen links neben der Hafeneinfahrt ca. knapp überkopfhoch rein und wurden Dienstag und Mittwoch recht schnell und steil. Mittwoch Morgens haben wir dann erstmal unsere Unterkunft nach Sagres gelegt und sind wieder die Südküste langgefahren. Den Martinhal-Strand fanden wir diesmal, sodass ich dort ca. drei Stunden bei Setwellen von knapp Überkopf ganz gut Surfen konnte. Das Wetter spielte auch etwas mit, sodass immer wieder Phasen ohne Wolken waren und ich mir mein uneingecremtes Gesicht ganz nett verbrannt hatte. Lustig: Im Wasser hab ich noch den Max, der in Marokko mit in Arnd’s WG gewohnt hatte, getroffen. Er war ein paar Tage von Peniche, wo sein Surfcamp liegt, runtergefahren. Im Abend war ich dann -nachdem erst etwas Lagos-Sightseeing auf dem Programm stand- für eine kleine Session am Meia Praia in Lagos im Wasser.

Den Donnerstag haben wir dann bei wesentlich besserem Wetter am Mareta verbracht, wo ausser bei absolut High-Tide immer noch etwas Rest-Swell durchkam und eine kleine nette Welle (ideal für Eva) zauberte. Die nächsten Tage versuchte ich morgens mein Glück an den Sagres-Stränden, allerdings hatte der Swell zwischenzeitlich auf West-Nord/West gedreht und war bedeutend kleiner geworden (der Wind ließ zum Glück auch nach), sodass der Mareta selbst bei Mid- und Low-Tide nicht mehr lief. Der Tonel gefiel mir von der Welle absolut nicht, weil wegen der vielen Steine im Wasser nur kürzere Ritte drin sind. Der Beliche war wieder gegen West-Swell etwas geschützter als der Tonel, sodass die Wellen dort kleiner reinliefen, aber wieder ideal für Eva waren. Nachmittags surften wir also dann immer Beliche, morgens hatte ich mich dann lieber zur Westküste aufgemacht. In Amado hatte ich einen Tag ne schlechte Session mit verblasenen Kack-Wellen, am Bordeira lief es links an den Steinen ganz nett, weil steil und schnell. In Castelejo waren wir gestern dann noch surfen, wobei die extreme Strömung für Eva etwas zu viel war. Ich fand die Welle draußen ganz nett, aber etwas zu schnell für ne Rechte, für mich als goofy. Mein Fazit dieser einen Woche: Wetter- und Wellenmäßig hätte es gerade die ersten Tage noch besser sein können. Bis auf den Dienstag haben wir aber jeden Tag eine Welle finden können, wobei es natürlich schwer war einen Spot zu finden, der gleichzeitig nicht zu langweilig für mich war aber nicht zu gefährlich für Eva (die das erste Mal richtig surfen war). Ein Mietwagen ist da unten absolut Pflicht, sonst wird es in Sagres selbst ganz schnell langweilig (es sei denn man hat die ganze Zeit einen sehr dicken NW-Swell der sich um’s Kap dreht oder einen normalen SW-Swell der nicht wie bei uns mit 5m+ unsurfbar ist.) Unterkünfte, Flug und Mietwagen sind recht günstig zur Nebensaison und wildcampen sollte normal auch nicht das Problem sein, sodass ein Algarve-Trip bei Verzicht auf jeglichen Luxus wirklich “billig” werden kann. Lebenshaltungskosten sind portugaltypisch recht hoch (Restaurant mindestens 10 EUR pro Person) und da es nur in Lagos einen Lidl gibt, wird auch das Einkaufen in Sagres meist etwas teurer… Alles in allem aber eine gelungene Woche. Das Wissen um die Spots nehme ich mit und beim nächsten Algarve-Trip wird die Wellenausbeute dann entsprechend noch besser. Diesmal würde ich sie “solide” nennen, aber es war in keiner Kategorie etwas à la “beste, längste, schönste, schnellste, krasseste oder wasweissichdenn Welle meines Lebens” dabei. Wobei: Das Wasser da unten ist erstaunlich klar (nachdem es sich vom Sturm erholt hatte), sodass man auch weit draussen noch problemlos auf den Grund schauen kann. Vergleichbar mit der Wasserfarbe in der Bretagne im Frühjahr.

Die restlichen Fotos (leider wenig Surfbilder) findet ihr in der Galerie

(c) Karten: Google-Maps

  • Es geht mir: post-stoked
  • Heute schon surfen gewesen: Nein
  • Spot-Name: Castelejo
  • Spot-Typ: Beach Break
  • Aktuelle Wellenhoehe: 5 Fuss / head high
  • Wellenform: Hollow
  • Spotbedingungen: Mushy
  • Wind: Onshore

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5 Kommentare

  1. Phil

    hey tobi!

    cooler bericht! jetzt bin ich auch heiss:-)
    hätte mal noch ein paar fragen an dich. wollten angang/ mitte mai für ne woche oder 10 tage auch nach faro fliegen und mitm mietwagen weiter nach sagres. da wir in der zeit jedoch auch einiges für die uni lernen müssen, wollten wir uns auch ein dach überm kopf gönnen….. weisst du, ob man die unterkunft in sagres reservieren kann? oder muss man auf gut glück hin?
    wollten auch mit germanwings hin. hast du für dein brett bezahlen müssen? bzw. hast du es bei der buchung schon angegeben?

    peace, phil

  2. Tobias

    Hey,

    ich habe leider leider vergessen die Frau die das Appartement vermietet hat nach einer Nummer oder email Adresse zu fragen weil ich beim nächsten Mal auch dort reservieren würde um sicher zu sein. Auf der Strasse zum Hafen sind allerdings im Notfall auch noch viele andere Pensionen, also finden werdet ihr da bestimmt noch was. Brett ist 25 pro Strecke, direkt anmelden bei Buchung ist am Einfachsten. Könnt ja immer 2 Bretter in ein Bag tun, oder noch mehr. Mein Bag war um die 30kg und es war kein Problem.

  3. Phil

    Danke für die Antwort!
    Hab gedacht, dass man vielleicht bei germanwings auch ohne Brett bezahlen durchkommt (Martinair). Ansonsten werd ich mir die Nr. und eMail-Adresse mal von ihr geben lassen (falls wir da unterkommen) und hier posten. Scheint ja zu empfehlen zu sein, wenn du da wieder hingehn würdest…
    Saludos

  4. Tobias

    Hey,

    ob es umsonst geht weiss ich nicht. Kann es mir aber nicht vorstellen. Bei Martinair ging es hauptsächlich weil keine klaren Firmenpolitik zum Thema Surfbretter da ist. Am Schalter wurde dann erst 120 Dollar pro Strecke gesagt und man musste sich auf 0,- Dollar runterdiskutieren ;-) . Bei Germanwings stehts aber dick auf der Inet Seite dass es 25 one way kostet und bisher wussten auch immer alle Mitarbeiter bescheid.

    Ich würde es bei 25 pro Strecke bzw. entsprechend weniger wenn mehrere Bretter im Bag sind auch nicht riskieren dass das Ding nachher am Flughafen stehen bleibt. Auch wg. Versicherung spielt es vllt ne Rolle ob man bezahlt hat oder ob es umsonst mitgenommen wird?!

  5. Phil

    Jou, nehmen einfach eine Bag zu zweit…

    Bei uns gabs in SJO nicht mal Diskussionen. Bei keinem, der eingecheckt is. Vielleicht lags auch daran, dass die gesehn haben, dass jeder von uns nur ein Gepäckstück (Rucksack) hatte, was auch noch weit unter der Gewichtsgrenze lag. Obwohl Surfboards glaub letztes Jahr schon in die ABB aufgenommen wurden. Egal, meistens isses eh Glück oder Schicksal.

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