Australien 6 – Northern West Coast
Don’t cry for us Australina!
Mittlerweile sind wir wieder in Perth und treffen die letzten Vorbereitungen fuer unsere morgige Abreise. Hoechste Zeit also die letzten Wochen Australien zu rekapitulieren:
Die letzten beiden Tage in Margaret River hatten wir Onshore-Winde, so dass surftechnisch nicht mehr besonders viel zu holen war. Nur Anselm zwang sich taeglich tapfer in die chaotischen Bedingungen und kaempfte gegen Stroemungen, Kelp und Closeouts. Nachdem die Faeden aus Ansgars Wunde gezogen waren (was aufgrund der komplizierten Fadenfuehrung von Dr. Jones selbst in eine kleine Operation ausartete – genaugenommen ergriff diese bei Ansgars Anblick die Flucht und schrie ihm aus dem Autofenster zu, er solle die Schwester damit belaestigen) und es ausserdem anfing zu regnen, schien endgueltig die Zeit gekommen, sich Richtung Norden, Sonne, Korallenriffen und Wueste aufzumachen.
Unser Ziel war es, fuer den angesagten Swell so schnell wie moeglich den Red Bluff (etwa 1.200 km von Margeret River entfernt ) zu erreichen. Auf dem Weg wollte Ansgar unbedingt Jakes Point surfen, eine der “besten Wellen an der Westkueste”, daher machten wir noch einen Abstecher nach Kalbarri.
Unterwegs zu Jakes Point
Dort angekommen sahen wir kleine, aber perfekte Linke mit leichtem Offshore das Riff entlang laufen – und nur drei Leute draussen. Die Welle bricht superschnell und superhohl direkt ueber die Riffkante, und gerade bei kleineren Swells faehrt man direkt am trockenen Riff vorbei. Daher ist es wichtig, genau an der richtigen Stelle den Take Off zu machen und nie zu fallen. Gluecklicherweise sass ein freundlicher Local im Line-Up (der mit dem roten Board), der Ansgar genau sagte, welche Wellen er anpaddeln konnte. Diese Hilfe war auch bitter noetig, denn die Wellen sahen zunaechst immer recht klein aus, wuchsen dann aber, waehrend sie aufs Riff liefen und das Wasser innerhalb von Sekundenbruchteilen wegsaugten, auf die doppelte Groesse an. Die Welle hatte unglaublich viel Power und es waere sicher total beeindruckend sie einmal in einem grossen Swell brechen zu sehen. Ob man sie dann auch noch surfen wollte, steht allerdings auf einem ganz anderen Blatt.
Jakes Point (irritierender Weise auch vor einem Felsmassiv namens Red Bluff gelegen)

Jakes Point Barrel Sequenz
Nachdem wir uns in Carnavon, der letzten Bastion der Zivilisation vor der Wueste, ausreichend mit Lebensmitteln, Wasser (und Bier) eingedeckt hatten, machten wir uns mit der bis unter die Decke (und darueber hinaus) beladenen Mad Maxine desnachts auf die Dirt Roads Richtung Red Bluff. Dabei sahen wir einen unglaublichen Mondaufgang, bei dem ein saftig gelber Mond wie ein ueberdimensionierter Kuerbis hinter dem Horizont herflutschte. Ohne detaillierte Karten und Strassenschilder waren wir dabei auf die Hilfe unseres kleinen Kompass angewiesen und zugegebenermassen sehr erleichtert nach 3h endlich das “Campground”-Schild zu entdecken. Im Nachhinein betrachtet erscheint es es nicht sehr empfehlenswert unbekannte Wuestenstrecken bei Nacht zu fahren – das faellt wohl unter die Kategorie unnoetiger Freizeitstress…
Wir schlugen also nachts erstmal ein provisorisches Lager auf und wurden am naechsten Morgen von der beeindruckenden Szenerie des Red Bluff begruesst. Der sogenannte “Campingplatz” ist nichts als eine riesige Flaeche, die sich ueber groesstenteils felsige Huegel erstreckt, mit wenigen (ueberwiegend tuerlosen) Plumpsklos und einem winzigen Kiosk. Der gemeine Kommerz-Hippie (sieht aus und stinkt wie ein Hippie, laeuft aber mit fetter Kamera, Lap Top, Ipod und superteurem Neo rum) berechnet hierfuer dennoch 10$ pro Nase, obwohl es keinen Strom oder gar fliessend Wasser gibt – es sei denn natuerlich, man mietet eines der “Eco-Tents” mit Solarpanel und Wassertank fuer spottbillige 80$ – pro Person und Nacht. Wuestenmonopol halt, machste nix. Akku laden an der Rezeption kostet schlappe 5$ (pro Batterienset), Feuerholz 18$ pro Saeckchen – quasi geschenkt!
Der angesagte Swell erwies sich leider als zu klein fuer den Point, aber zum Glueck gibt es in der Naehe noch einen weiteren Spot namens Turtles. An dieser Stelle erwies Mad Maxine ein weiteres Mal als Koenigin der Sandpisten, denn Turtles kann man nur mit Vierradantrieb erreichen. So schlich sich jedes Mal, wenn wir am Parkplatz fuer die ungluecklichen Zweiradantriebfahrzuegbesitzer vorbeicruisten, ein zufriedenes Laecheln auf unsere Gesichter. Diese bedauernswerten Kreaturen mussten naemlich in der Wuestenhitze ihr ganzes Zeug ein betraechtliches Stueck durch die Duenen schleppen, waehrend wir bequem direkt zu den Wellen fahren konnten.
Die Welle selber besteht aus einer Linken und Rechten ueber lebendigem Korallenriff, die beide in einen Channel in der Mitte laufen. Bei gutem Wind und richtiger Tide formt besonders die Linke einige perfekte kleine Barrelsections. Bei Lowtide brechen die Wellen allerdings in ziemlich flachem Wasser und jede Beruehrung mit dem Riff bringt einem saftige Schuerfwunden ein. Das Wasser ist zwar warm genug, um in Boardshort und Lycra zu surfen, aber das heisst auch immer weniger Schutz fuers eigene Fleisch, was Ansgar mal wieder am eigenen Leib erfahren musste (s.u.).
Waehrend Ansgar surfte, versuchten Ina, Lisa und Anselm in der Hitze nicht zu zerfliessen, was in der extremen Wuestensonne nicht einfach war. Waehrend Anselm stark litt und Ina es einfach geschehen liess, frohlockte Lisa und aalte sich bis zum Sonnenstich ungeschuetzt im Sand.
Abhaengen mit Glenn und Harmen, die die australische Hitze mit kalten Bier bekaempften (die beiden fuhren lieber zwei Stunden sinnlos durch die Gegend um ihren Kuehlschrank aufzuladen, als ein nicht 2 Grad kaltes Bier zu trinken – typisch Ozzie)
Tag 1: Bei solchen Wipe Outs muss man sich nicht wundern, wenn hinterher Fleisch fehlt. Tag 2: Ausserdem will duckdiven in 30 cm tiefen Wasser geuebt sein, sonst muessen die Finger dran glauben…
Red Bluff
Sehr zur Freude von Ina sind die Buesche am Red Bluff von hunderten, riesigen Golden Orb Spiders bevoelkert – fett und ekelig, aber harmlos.
Wenn nachmittags der Wind auf Onshore drehte, schlugen wir die Zeit am Red Bluff tot: mit schwimmen im Shorebreak, Lagerfeuer, und in der Strandlaube abhaengen.
Da wir keinen der wenigen und daher begehrten Stellplaetze mit Baum ergattern konnten (haette wahrscheinlich auch extra gekostet) war Anselms und Ansgars Schattenkonstruktion essentiell.
Dilletantische Angelversuche am Bluff. Ina und Lisa haengten aus Mitleid am dritten Abend heimlich eine Dose Thunfisch an die Angel.
Das Klo – Plumpsklo mit Saegespaenenspuelung. Von den Maedels gehasst, von den Jungs wegen der Aussicht und der Luftigkeit geschaetzt.
Red Bluff im Sonnenuntergang, leider noch ohne Wellen
Die lokalen Surfer nutzen die Felsspalten am Point sowohl als Boardfriedhof, als auch als Lagerstaette fuer ihre aktuellen Bretter, Neos und andere Habseligkeiten – scheinbar wird hier nie etwas gestohlen.
Am einzigen Regentag, der uns in reiches (Ina und Ansgar im trockenen, gemuetlichen Auto) und armes (Anselm und Lisa im durchnaessten, windschiefen Zelt) Big Brother Camp trennte, machten wir nach einem kleinen Umtrunk bei Glenn und Harmen die Bekanntschaft von Mr. Crabs (sowie einigen hundert anderen seiner Artgenossen) – Anselm (freiwillig) und Lisa (unfreiwillig) koennen bestaetigen, dass die Scheren nicht nur als witzige Accessoires dienen, sondern auch ausreichend schmerzhaft zukneifen koennen.
Ausserdem nutzten wir die Wartezeit auf den mysterioesen Swell, dessen angebliche Ankunft sich laut Kommerz-Hippies (Hueter des Internet-Grals) immer um einen weiteren Tag verschob (sie wollten nur nicht, dass irgendwer abreist), um die Gegend zu erkunden. Das exzessive Offroad-Fahren, das damit verbunden war, entschaedigte Anselm (nach Ansgars Fingerverletzung hauptamtlicher Fahrer) dafuer, dass die Wellenbedingungen nicht eben anfaengertauglich waren – aber auch Ina erarbeitete sich trotz schweissnasser Haende ihr 4×4-Zertifikat. Obwohl die Landschaft rauh und lebensfeindlich erscheint, ist es unmoeglich, sich dem Reiz und der Schoenheit der schroffen erodierten Kuestenabschnitte zu entziehen. Ausserdem bluehen trotz Wuestenklima an vielen Stellen bunte Wildblumen. Das tuerkisblaue Wasser ueber den Korallenriffen ist kristallklar und bildet einen faszinierenden Kontrast zu den rotbraunen Farbtoenen an Land.
Eine knappe Stunde entfernt, ueber ein Gewirr von Dirt- und Sandroads entlang der Kueste liegt Gnarloo. Dort gibt es eine angeblich noch bessere, weil heftigere und laengere Linke als am Bluff, die allerdings soweit draussen bricht, dass sie sehr windempfaenglich ist. Da wir aber nur an den wellenfreien Tagen oder bei Onshore rumgecruist sind, haben wir diese nie richtig brechen sehen.
Dort gibt es auch einen Campingplatz, das “Three Mile Camp”, wo man wegen des dort erhaeltlichen Brackbohrwassers nochmal 8 $ pro Nase mehr zahlt als am Bluff. In der Lagune kann man dafuer super schnorcheln – so kamen unsere Profischnorchelsets wenigstens einmal zum Einsatz. Neben blauen Sternkorallen, Korallenterassen, knallblauen, riesigen Seesternen, grossen Regenbogen- und Papageienfischen und anderen Fischen, die sonstwie lustig angemalt waren oder Huetchen trugen, hat Ina auch eine riesengrosse Meeresschildkroete entdeckt und minutenlang hyperventilierend verfolgt. Waehrend sie aus dem Staunen nicht rauskam und aber ganz froh war, die Gewissheit zu haben, es mit einem friedfertigen, faulen Meeresbewohner dieser Groesse zu tun zu haben, waren Ansgar und Anselm bei einem zweiten Schnorchelgang nicht so scheu und liessen sich so lange von ihr ziehen, bis sie mit einer Stroemung ins Blaue floh.
Harmen, unser “Animalspotter” entdeckt so dies und das am Strassenrand. Hier z.B. einen Salamander (ca. 150 cm gross) – der praktischerweise bereits die Guccitaschen-Maserung der naechsten Saison traegt. Als wir schon ca. 1m daneben standen, versicherten wir uns nochmal, ob der auch wirklich keine Leute angreift, worauf Harmen nur antwortete “I never said that”. So mussten wir auf das uebliche Foto von Ina mit dem Tier vor dem Gesicht verzichten.

Nur noch einen Tag sollten wir zu Turtles fahren muessen, weil der Bluff nicht lief… Diesmal versuchte auch Anselm auf der Inside sein Glueck im Korallenriff und trotzte dem Umstand, dass es hier oben keinerlei fuer Anfaenger geeignete Spots gibt.

Dann endlich, endlich, puenktlich zum Geburtstagswochenende kamen auch die heiss ersehnten Wellen und der Endgegner (sozusagen der Bowser) unseres Australientrips nahm Gestalt an.
Bereits der Ein- und Ausstieg in dem kleinen Nadeloehr im Riff ist je nach Tide und vor allem Wellengroesse eine echte Herausforderung. Um wieder an Land zu kommen, muss man sich von einer Welle die Riffkante heraufspuelen lassen und sich dann am scharfen Fels hochziehen, was meist Schnittwunden an den Haenden bedeutete. Die Welle selbst laeuft aus tiefem Wasser direkt auf ein flaches, messerscharfes Felsriff, wobei sie die meiste Zeit ueber barrelt, bis sie wieder in tieferes Wasser auslaeuft. Dabei ist sie so schnell, dass sie keinerlei Fehler verzeiht und angesichts der kuerzlichen Verletzungsserie liess sich Ansgar von Ina dazu ueberreden erstmalig mit Helm zu surfen. Statt ihm Unbesiegbarkeit zu verleihen, fungierte dieser jedoch bei Duckdives und Wipeouts eher wie eine Boje, die den Kopf unangenehm nach oben zog, waehrend unten der Koerper in alle Richtungen gerissen wurde.
Es wurde immer groesser, doch wegen der ebenso wachsenden Menge an Surfern war es schwer, gute Wellen abzubekommen (und wenn man sie abbekam war es noch schwerer, die Geschwindigkeit und Kraft der Welle zu handeln).
Caught inside beim Bluff heisst in knietiefem Wasser auf dem Riff stehen und es einfach geschehen lassen…
Der Kommerzhippiearsch vom Bluff – traegt immer einen Jutebeutel mit Gold bei sich und hat Rueckenhaar aus reinem Silber.
An diesem Tag packte uns die Entdeckerlust und weil uns der Weg in der Hitze zu Fuss zu lang war, fuhren wir mit Harmens Schleuder auf die andere Seite vom Bluff (Ina quengelte seit Tagen und behauptete, dort laege ein Maerchenland oder wenigstens ein perfekter rechter Pointbreak, vielleicht aber auch etwas ganz anderes, noch spannenderes). In Wirklichkeit war es – Ueberraschung – Nichts, gerahmt von ein paar Steilklippen. Auf dem Weg entdeckten wir immerhin einen 1A Schaedel mit Hoernern (s.u.) und den versteinerten Querschnitt eines Kaenguruhembryos (freie Assoziation). Um einen genaueren Blick auf die Schlange, die Harmen (laut dem eingefleischten Crocodile Dundee-Fan eine hochgiftige Tigersnake) mal wieder gesehen hatte, ist er zu schnell gefahren.

Abends war es dann Zeit fuer die Geburtstagsfeier, und wir machten uns daran, die Vorraete, die Anselm und Lisa offensichtlich mit einem Tieflader aus Carnarvon (hat das was mit Carnivoren zu tun? – wenn ja, dann ist es ab jetzt offizielle Hauptstadt von Ansgars Fleischfressersekte) herangekarrt hatten, zu verzehren. Es gab wie ein Wunder in der australischen Wueste kaltes Becks und ausserdem Kaenguruhsteak, Kaenguruhfilet, traditionelle Geburtstagsherzwurst, Satayspiesse, Cevapcicis, Schnitzel und Schweinelachs. Da wir alle ziemlich fertig waren (Ansgar: surfen, Ina: in der prallen Sonne fotografieren, Anselm und Lisa: 6h Dirtroad fahren, Harmen: geplatztes Trommelfell) und der Swell am naechsten Tag peaken sollte, war die Feier zwar ausgelassen (siehe Partyhuete und Troeten), aber kein Gelage.
Dafuer hatte die Vorhersage nicht zu viel versprochen und am Geburtstag waren die Wellen groesser und konstanter geworden. Ungluecklicherweise war Ansgar offensichtlich ueber Nacht wirklich aelter (alt) geworden und erwischte die vielleicht zwei schlechtesten Surfstunden seines ganzen Trips. Fast auf jeder seiner Wellen kassierte er eine Abreibung. Entweder wurde er schon beim Take-Off, der mittlerweile so steil war, dass er im quasi freien Fall direkt in die Barrel absolviert werden musste, oder aber in einer der naechsten Hochgeschwindigkeits-Sections ins Riff gestopft.
Auch Ina hatte mit den Elementen zu kaempfen, als sie durch ihr stundenlanges Ausharren im Offshoresturm auf den spitzen Klippen die Erfahrung machen konnte, was es heisst, ein Fels zu sein, an dem unablaessig die Erosion nagt. Am zweiten Tag nach insgesamt etwa 14h ohne Sonnenbrille an irgendeinem Objektiv kauern, hatte sie Ruecken, Wangen wie Pergamentpapier und die Traenen, die der Wind ihr in die Augen trieb, liefen darueber wie Saeure.
Auch wenn Ansgar es an diesem Tag nicht mehr schaffte aus einer der Set-Bomben heile herauszukommen und die offizielle Blogfotografin fast dem Erosionstod zum Opfer gefallen waere, war alleine der Anblick der Wellen die ganze Woche Wartezeit wert. Der Point am Red Bluff mit seinen tiefen Barrels, radikalen Take-Offs und der absolut atemberaubenden Szenerie war auf jeden Fall eines der absoluten Highlights unter den Wellen, die wir auf diesem Trip gefunden haben.
Bluff – Tag 3: Eindruecke vomn den 15 min Marsch von unserer Base zum Point

Versuch wars wert… aufs Maul fuer Ansgar
Nach der Session wurde der Wind immer noch staerker (kaum zu glauben eigentlich, so stark wie er in den drei Tagen ohnehin schon war – fast taeglich hat er uns die Laube zerfetzt und die Zeltstangen zerbrochen) und begann zu drehen, also wandten wir uns wieder den Annehmlichkeiten des Geburtstagsfeierns zu. Nach einem ordentlichen Fruehstueck im Schatten unserer Laube, lieferten wir uns noch ein Gelaenderennen gegen Harmen und genehmigten uns spaeter weiteres Grillgut (mit Betonung auf gut).
Am letzten Tag in der Wueste goennten wir uns den absoluten Luxus: eine Dusche mit dem uebrig gebliebenen Wasser, wie neidisch bis feindselig dabei die anderen Campingplatz-Sandmenschen geschaut haben…
Auf dem Weg nach Carnarvon – Blowholes:
Mitten in der Nacht platzte beim Fahren noch der Reifen, aber Anselm als Vollblutralleyfahrer schaffte es trotz weichem Boden (in den wir erst ein Loch graben mussten, um den neuen Reifen aufschieben zu koennen) seinen Rekord zu brechen.
Auf dem Weg hatten wir uns in Carnarvon 5 min Zeit genommen eine einzige Anzeige auf einer einzigen Internetseite in einer einzigen Rubrik zusammenzuschustern:
Nach nicht mal einem Tag, noch bevor wir Lisa und Anselm in Perth ins Flugzeug gesetzt hatten, klingelte unser Telefon und ein Typ bekundete in nur schwer verstehbarem Englisch Interesse am Erwerb unseres Fahrzeugs. Doch zunaechst mussten wir noch die Spuren unserer Offroadeskapaden entfernen. Noch gar nicht bereit fuer einen Abschied nahmen wir uns vor, das Auto nur kurz vorzufuehren, um die Marktnachfrage zu sondieren. Der Dialekt stellte sich wie schon befuerchtet als englisch heraus und materialisierte sich in zwei dickbaeuchigen, weisswadigen prototypischen Pubproleten.
Ina machte sofort dicht und bedeutete Ansgar mit wuetendem Blick: “Denen verkauf ich mein Auto aus Prinzip nicht!” So spielten wir unabsichtlich guter Verkaeufer-boeser Verkaeufer, denn Ansgar konnte sich dem Reiz eines sofortigen Verkaufs des Autos nicht entziehen. In ihrer Verzweiflung fingen die beiden von selber an, ihre Angebote zu erhoehen, zunaechst boten sie uns 3.000 $, dann die in der Anzeige verlangten 3.200 $ (trotz geplatzten Reserverads) und schliesslich wollten sie uns noch die letzten Tage Hostel bezahlen, womit der Verkaufspreis dann bei 3450$ landete. Doch Ina blieb hart und schickte die beiden fort, und nur mit Einsatz aller Kraft konnte sich Ansgar ihrem wuetenden Griff entreissen und den beiden noch einen Anruf am naechsten Tag in Aussicht stellen.
Nach einer dramatischen Abschiedsnacht in Mad Maxine, in der noch Traenchen flossen, sah Ina am naechsten Morgen ein, dass uns nichts besseres haette passieren koennen als zwei Tommys ohne die geringste Ahnung von Autos, einer Spur von Misstrauen oder auch nur gesunder Skepsis einem alten Auto gegenueber (Tommy 1, nach einminuetiger Probefahrt: “The car is just great!”; darauf Tommy 2, enthusiastisch: “I’m gonna keep this car forever!”). Die beiden dachten nicht einmal daran, einen mechanischen Check (der sicherlich u.a. den kaputten Zylinder getadelt haette) machen zu lassen, noch schienen sie ueberhaupt irgendwelche Fragen zum Auto zu haben. Insofern rangen wir uns dazu durch, ihnen Mad Maxine zu ueberlassen und hatten somit Zeit, in den letzten Tagen unsere Weiterreise nach Indonesien vorzubereiten.
Bye, bye, du alte Schlammcatcherin!
Australien hat uns supergut gefallen, und war landschaftlich einfach atemberaubend. Insbesondere nach Westaustralien wird es uns hoffentlich nochmal verschlagen. Die Wellen hier waren die vielleicht groessten Herausforderungen bisher – es war nur schade, dass wir zu wenig Zeit hatten, um viele der Spots laufen zu sehen. In 2 Monaten sind wir Mad Maxine ueber 15.000 km geritten!
So long, Australia, and thanks for all the waves!
P.S.: Man beachte sowohl das Nummernschild als auch den Sticker auf der Heckscheibe…
P.P.S.: Wuerdet ihr diese merkwuerdigen Gestalten in euer Land einreisen lassen? Fuer ein indonesisches Visum hats gluecklicherweise gereicht.

Fotodirtroad heute unter
http://inaundansgar8.picturepush.com/album/28950/p-OZ-8.html
http://inaundansgar9.picturepush.com/album/29007/p-OZ-8b.html
http://inaundansgar.picturepush.com/album/29057/p-OZ-8c.html
- Es geht mir: noch nicht abreisefertig
- Heute schon surfen gewesen: Nein
- Spot-Name: Tommy-Hostel
- Spot-Typ: ---
- Aktuelle Wellenhoehe: ---
- Wellenform: ---
- Spotbedingungen: ---
- Wind: ---
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6. September 2008 um 8:11 am
Hi, World Travellers!
Ich stelle mir das ja sehr komisch vor, Ansgar, wie du in 5 oder 10 Jahren zur Besänftigung von Karma die beiden Engländer auf deine Liste setzt, denen ihr damals den Isuzu verkauft habt und die kurz darauf bei einer Panne in der Wüste fast verdurstet wären, wenn sie nicht ihren eigenen …, aber lassen wir das.
Ich hoffe nur inständig, um mal ein von Seven bereits angerissenes Thema aufzugreifen, dass Ina den Tommies auch ihre abartigen Plastic-Clogs (Crocks?) in diesem penetranten Blau verkauft hat, welches jedes Foto farblich beeinträchtigt, auf dem sie auftauchen.
Die Dinger gehen ja wirklich nicht, zumindest nicht in der Color, und außerdem kam neulich im Fernsehen, dass die giftig sind und – genderabhängig – impotent oder unfruchtbar machen!
ALSO WEG MIT DEM ZEUG, Ina, lass dir in Indonesien ein Paar von Waisenkindern handgenähte Clogs aus Waran-Haut maßanfertigen, ich überweise dir das Geld dafür!
Ein Auto würde ich mir an eurer Stelle in Indonesien übrigens nicht mehr zulegen – ich glaube, ihr habt euer Glückskonto in dieser Beziehung schon mehr als überzogen!
Gespannt auf das, was ihr uns hier noch präsentieren werdet!
Crabman
6. September 2008 um 11:45 am
Danke für diese ausführlichen Seiten! Auf dem heimischen Bild
schirm, vom roten Sofa aus, mit dem Kommentar der bereits Heim-
gekehrten hatte das Anschauen der grandiosen Fotos schon starken
Erlebnischarakter! Alles Gute für eure letzte Etappe, mm
7. September 2008 um 3:25 pm
Hallo und ein herzliches Dankeschoen an alle Gratulanten aus dem letzten Blog! Hat mich sehr gefreut, dass Ihr an mich gedacht habt obwohl ich mich erdreistet hab an meinem eigenen 30. durch Abwesenheit zu glaenzen. aber besser surfen als rathaustreppe-fegen…
in diesem sinne terima kasih banyak aus Bali
8. September 2008 um 4:39 pm
Hey ihr beiden … Jetzt seit ihr schon auf Bali, wie geil!!! Wenn ihr zufällig an der Brazil Bar vorbeikommt, in einer Nebenstraße von der shitty main street in Kuta, gleich neben dem Un´s Hotel, dann trinkt und esst ordentlich für uns mit! Da gibts sehr sehr gute Caipis für 80 Cent und lecker Essen ab nem Euro. Da waren wir fast jeden abend und hatten nie nen sonst so typischen “Bali Belly”! Hoffe ihr habt weiterhin so richtig gute Wellen … und jetzt lebt die nächsten Wochen wie die Könige!!! Bis bald
Titte
14. September 2008 um 5:12 pm
Hallo, Ihr Lieben,
nachdem jetzt endlich mein Internetanschluss wieder eingerichtet ist und funktioniert, habe ich heute stundenlang alle Berichte und Fotos der letzten Wochen angeschauen können.
Echt Klasse und die Sehnsucht wächst wieder! Westaustralien scheint von den Wellen her wirklich Klasse zu sein, wenn das Wetter stimmt. Da will ich auch noch einmal hin, schon allein der Landschaft wegen. Die Tropfsteinhöhle z. B. ist ja der Hammer…
Ich weiß, ihr seid nun schon auf Bali, wie wäre es denn mit einer Telefonnummer?
Ich grüße euch und wünsche euch alles Gute,
MaRe