Costa Rica Trip vorbei, Resumée, Fotos

29. September 2006 von Tobias

Mein Trip ist nun also vorbei. Dienstag Nachmittag ging es dann doch mit der Abuelita von Dominical nach San Jose. Alle Käufer sind letztlich doch abgesprungen. Dafür konnte Philipp noch zwei Boards verkaufen. In San Jose nächtigten wir im Pangea. Absolut empfehlenswert (Lonely Planet Editors Choice). Zwar im Ghetto gelegen, aber hinter den dicken Mauern sehr sehr gepflegt, mit schönem Pool, gutem Essen und günstigem Bier. Dazu ein Airportshuttle für nur 7 Dollar. Also ideal für Nächte in San Jose. Mittwoch ging es dann um 9.00 zum Flughafen. Erste Frechheit: Jeder Ausreisende muss 26$ “Steuer” zahlen. Find ich gar nicht gut und wusste ich vorher auch nicht aber kam ich dann halt nicht dran vorbei. Dann der Hammer: “Sabe que tiene que pagar 110$ para la tabla?” Ob ich wüsste, dass ich 110$ für das Brett zahlen muss. Nö, wusste ich natürlich nicht. Hehe. Dann schnell die Bambi-Augen und mein bestes Sonntags-Spanisch ausgepackt und der Frau am Check-In erklärt, dass mir in Amsterdam gesagt wurde, dass lediglich Windsurfbretter mit Segel etwas kosten würde, aber so kurze und leichte Surfbretter wie meines umsonst seien. Es ging dann noch ein wenig hin und her und nachdem zwei Kolleginnen konsultiert wurden ging mein Brett dann doch umsonst rein. Genial! Auf dem Flug nix spektakuläres, ausser einem schönen Sonnenaufgang über dem Atlantik.

Tjo, zusammenfassend war es ein toller Trip. Hat mich in summa knapp weniger als 1500,- all inkl. (inkl. Board, zwei Shorts, einem T-Shirt) gekostet. Das Arbeiten für diesen Trip hat sich also definitiv gelohnt. Tolle, teilweise weltklasse Wellen gehabt, supernette Reisende + Einheimische getroffen, faszinierende Sonnenauf- und untergänge gesehen, ebenso lustige Tiere, tolle Natur und Hardcore-Regenfälle.

Was mir noch so zu Costa Rica und dem Trip einfällt:

Costa Rica ist sehr amerikanisiert und backpackerisiert ;) . Im Prinzip wird man grundsätzlich erstmal auf englisch angesprochen und trifft selbst an abgelegensten Orten mindestens eine Handvoll gleichgesinnter Reisender.

Das Gute daran ist, dass eine gewisse Infrastruktur überall gegeben ist. Supermärkte, Banken, Internet und Telefon gibt es im Vergleich zu anderen mittelamerikanischen Staaten wie Sand am Meer (Und trotzdem bin ich ja auch z.B. in Pavones eine Woche ohne Inet, Telefon und Bank gewesen oder musste vor St. Teresa schon zweimal nachrechnen um genug Geld mitzunehmen) auch wenn die Dichte natürlich nicht mit europäischen Standards vergleichbar ist.

Das Schlechte daran: In einem Backpacker/Surfer wird grundsätzlich erstmal ein sehr reicher Mensch gesehen, dessen Dollar man gerne haben möchte. Natürlich nicht in dem Sinne, dass man Angst haben müsste ausgeraubt zu werden, sondern eher im Sinne von ein klein wenig “über’s Ohr hauen”. Vermeintliche Helfer wollen einem z.B. immer supergünstige Cabinas andrehen, die sich jedoch jedes Mal als völlig überteuert erweisen. Fragt man nach günstigen Cabinas wird oft gelogen und gesagt sie seien ausgebucht oder geschlossen. Am Schlimmsten in dieser Hinsicht sind Taxifahrer. Fragt man sie nach einem Bus lautet die Antwort immer, dass kein Bus mehr fährt und man ein Taxi nehmen sollte. Ich bin zwar selber, da ich vorher Bescheid wusste, kein Mal selber auf einen dieser Tricks reingefallen, aber es nervt irgendwann einfach nur noch wenn man jedes Mal die gleichen blöden Antworten und Hinweise bekommt. Und grundsätzlich jedem Tico der eine Dienstleistung erbringen soll erstmal zu misstrauen macht ja auch keinen Spass auf die Dauer, ist aber leider halt unbedingt von Nöten. Der 08/15 Tico auf der Strasse ist dann meist entweder auch nur gerade ein Dienstleister in der Mittagspause der auch wieder einen schnellen Dollar wittert oder aber (zum Glück gibt es davon auch super viele in Costa Rica) ein wirklich hilfsbereiter Mensch. Siehe dazu den Eintrag nach Pavones, wo ich bei Daniel und seiner Schwester pennen konnte :) .

Was die Menschen angeht, die ich getroffen habe, kann ich leider recht gut pauschalisieren auch wenn man das ja nicht tun sollte. Ausnahmslos alle Amerikaner waren mindestens “sehr nett”. Diejenigen, die nur gereist sind waren ausnahmslos alle “super super nett” und diejenigen die in Costa Rica lebten waren halt die, die auch nett waren aber eben etwas oberflächiger. Man konnte halt keinen guten Draht zu denen herstellen. Kann man ihnen aber auch nicht richtig verdenken, weil sie ja ständig neue Leute kennenlernen. Australier hab ich auch ausnahmslos super nett und interessant gefunden. Die waren aber ja eh alle etwas down wegen des Todes vom Crocodile-Hunter. Deutsche konnten bis auf eine Ausnahme alle nur sehr schlecht surfen, redeten aber teilweise wie die Weltmeister von ihren Skills. Nett waren sie dennoch alle. Das passt auch genau in das Bild das ich in San Sebastian von vielen Deutschen bekommen habe. Die Schweizer und Ösis waren auch alle total in Ordnung. Eigentlich waren alle Nationen super, bis auf eine. Israelis. Von ca. 25 Israelis die ich getroffen habe, waren leider alle erstmal von der Grundeinstellung her unfreundlich. Am Anfang in Jaco war eine Fünfergruppe Israelis. Sie grüßten nicht, sprachen in Anwesenheit von Ausländern (bzw. beim Gespräch mit Ausländern) untereinander in ihrer Sprache und hielten sich Null an einfachste Backpackerregeln. Sie tranken und aßen anderen Sachen aus dem Kühlschrank, belegten die Internet-PCs stundenlang und schloßen Türen nicht ab. In Teresa gab es superviele Israelis, und dort auch im Line-Up. Ebenfalls: Kein Gruss, kein nettes Lächeln, weder auf der Strasse noch im Wasser. Im Wasser dann auch viele Drop-Ins, die auch durch gutes Surfen nicht weniger scheisse sind. In Pavones dann ja leider mein persönliches Erlebnis: Eine Gruppe von Israelis steigt über den Balkon in mein Zimmer ein während ich surfen bin und stiehlt mir 70$ und meinen MP3 Player. Surftechnisch war die Gruppe lustigerweise so ziemlich jedem mit dem ich in Pavones gesprochen habe zwar als gut-fahrend, aber sehr unfreundlich-benehmend aufgefallen. Tja, vielleicht relativiert sich das Bild ja auf einem meiner nächsten Trips. Ein Ösi mit dem ich in Pavones viel Kontakt hatte, meinte, er hätte viele supernette Israelis auf seinem Trip kennengelernt und er war öfter Mal mit einer Gruppe zu Abend Essen.

Tja, sonst fällt mir nix mehr ein. Fragen zum Trip beantworte ich gerne per eMail. Hier noch ein paar Fotos, teilweise von Sebi, dem Schweizer, geknipst.


Füsse kaputt nach Surf auf Whales-Reef

Spotsuche mit der Abuelita in Punto Uvita


Whales-Reef bei rising tide

Sweet doggy doggy

Whales-Reef zum letzten Mal

Sunset at St. Teresa

Sunset at Pavones

Reef-Cut vom Whales-Point

Mi Rica

Dominical Closeout

Dann also bis zum nächsten Surftrip. Ich hoffe, dass die anderen Beiden in der Zwischenzeit weiterbloggen und auch weiter Fotos reinstellen. Über meine Planungen halte ich euch auch auf dem Laufenden. Im Moment steht nun aber erst einmal wieder etwas Lernen an, am Freitag schreibe ich noch eine Klausur.

  • Es geht mir: jut
  • Heute schon surfen gewesen: Nein
  • Spot-Name: ---
  • Spot-Typ: ---
  • Aktuelle Wellenhoehe: ---
  • Wellenform: ---
  • Spotbedingungen: ---
  • Wind: ---

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