Es geht dem Ende zu…

1. Oktober 2008 von Tobias

…nein, nicht mit mir, aber mit dem knapp einmonatigem Atlantik-Aufenthalt.

Im Moment bin ich auf der Suche nach Mitfahrern für die Rückfahrt. Ich denke, dass ich am WE aufbrechen werde. Heute sah man die ersten Vorboten des neuen Swells, der leider von einem dicken Sturmtief begleitet wird, das für On/Sideshore Winde von bis zu 5 Windstärken sorgen wird, womit hier unten ziemlich viele Spots unsurfbar werden. Richtung Baskenland könnten noch die Riffe laufen, mal sehen ob ich mir das noch gebe…

Seignosse lief heute den ganzen Tag über sehr schlecht, zwar nochmal größer als die letzten Tage, aber extrem mushy. Glück hatte ich im Nachmittag mit einer hammerguten (wobei, wenn ich IuA’s Blogeinträge lese, ist hier in Europa gar nix mehr „gut“) Session in Le Prevent in Capbreton, wo ich bei auflaufendem Wasser den ganzen Spaß am Anfang nur mit ner handvoll Leuten teilen musste, am Ende aber ca. 50 Surfer zwischen den Molen saßen und darunter ein Dutzend Supergroms mit Trainerstab am Strand zeigte wie’s geht.

Für mich war es seit rund einer Woche die mit Abstand beste Session. Trotz relativ starkem onshore gab es durch die Molen ziemlich sortierte Wellen mit klaren Peaks, die dann sehr schnell und hohl brachen. Bis zur Inside waren mehrere Turns drin und am Ende konnte man stets noch ein lustiges Closeoutmanöver mit reinschmeissen. Das erste Mal in diesem Urlaub konnte ich das Quad richtig ausreizen und super-spaßige Snaps auf meiner Frontside probieren und die Finnen wirklich über der Lippe freisetzen. Zwar hab ich vielleicht nur ein Zehntel dieser Manöver gestanden, aber das war seit langem endlich nochmal ein Tag wo ich gemerkt habe, dass mein Surfen besser geworden ist.

Ich denke morgen ganz in der Früh werde ich auf schwachen Wind hoffen und den Spot nochmal testen…

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Indo 1b – Boottrip: Nusa Lembongan, Lombok, Sumbawa

1. Oktober 2008 von Ina und Ansgar

Ahoi Matrosen!
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Eigentlich wollten wir’s zurueck in der Zivilisation erstmal easy angehen lassen und die Optionen fuer den naechsten Swell checken. Der grobe Plan war irgendwie nach Lombok zu Desert Point zu kommen. Doch wie immer kam alles ganz anders.

Nach einigen grossen Flaschen Bintang in der Swell Bar mit den beiden suedafrikanischen Big Wave Surfern, die wir in G-Land getroffen hatten, erschien es uns auf einmal doch am sinnvollsten, einen Boottrip zu machen.

Da die Leute von unserem neuen Hotel „Ayu Beach Inn“ uns ohnehin jeden morgen auflauern, um uns „Transport, Transport“ oder Ausfluege aller Art anzudrehen, liessen wir uns mit „Jimmy the Wolfdog“ bekannt machen, der uns einen Trip auf dem Boot seines Bruders, Cousins oder Schwagers verkaufen wollte.

Als waere sein Name nicht schon suspekt genug, hatte er, um auch ja keine Spur von Vertrauen aufkommen zu lassen, keine Fotos von seinem Boot „Putra Wisata“ mitgebracht, ebensowenig konnte er uns Auskunft darueber geben, ob das Boot bei Nacht faehrt oder irgendjemand der Crew Ahnung von den Spots oder Surfen im allgemeinen hat. Zuerst hiess es, das Boot wuerde erst in einigen Tagen ablegen – und damit zu spaet fuer den Swell -, doch da das keine Option fuer uns war, versprach er uns auf einmal hoch und heilig, das Boot koennte doch schon am naechsten Tag ablegen. Auch wenn er uns das ganze fuer billige 450$ pro Person fuer eine Woche (ueblicher Preis im Netz: ca. das doppelte) feilbot, blieben wir skeptisch und bestanden darauf, spaeter wenigstens eine Broschuere oder Fotos von dem Boot zu sehen.

Insofern beschlossen wir, uns auf eigene Faust weiter zu informieren. Eine kurze Internetrecherche zum Boot oder dem selbsternannten Wolfsmann ergab keinerlei Ergebnisse – kein gutes Zeichen.

Nach einigem Herumfragen landeten wir bei „Rockys“ (das ist mal ein vertrauenserweckendes Alias!) Company „Wave Hunter“. Sein Boot war zwar bereits am Morgen nach Nusa Lembongan aufgebrochen, aber er bot uns an, uns mit dem Speed Boat hinterherzubringen. Als wir noch mit ihm verhandelten und die Optionen abwaegten, gesellte sich eine volltaetowierte Gestalt mit schwarz lackierten Fingernaegeln dazu. Wie sich herausstellte war Nick zum einen Neuseelaender und der Surfguide fuer diesen Trip. Zum anderen war er ein Kumpel von einigen Leuten, mit denen wir in G-Land abgehangen hatten. Nick war so heiss auf diesen Swell, dass er extra den eigentlich vorgesehen Surfguide gezwungen hatte, mit ihm zu tauschen.

Image Hosted by PicturePush Nick („the fucking best swell of the bloody season, mate!“)

Image Hosted by PicturePush Ina, Hinga und Pat – dank Inflation Multimillionaere

Wir schafften es sogar noch durch harte Verhandlungen Rocky von seinem eigentlichen Sonderangebot mit 850Au$ runterzuhandeln. Da Rockys „Wavehunter“ und „Captain Coconut“ zu den besten Booten gehoeren, die diesen Trip machen (Klimaanlage, grosse Motoren, Surfguide, Nachtfahrt und faehige Crew) und wir vor allem bei dem enthusiastischen Nick sofort ein gutes Gefuehl hatten, entschieden wir uns spontan fuer den Deal. Die Suedafrikaner entschieden sich zwar dagegen, aber als wir beim Mittagessen von unserm Plan erzaehlten, brauchte Hinga, der schweigsame und organisationsfaule Kiwi (der Nick auch noch von zu Hause kannte) 10min um sich zu einem „I’m in“ durchzuringen, und auch Pat, der kalifornische Lifeguard sagte nach 20min „Hell yeah, I change my flight. I gotta come with you guys“. Somit waren wir dann doch zu viert und ein paar Stunden spaeter sassen wir schon auf Rockys neuem 600PS Speedboot Richtung Lembongan. Jimmy the Wolfdog liess es sich nicht nehmen, uns per SMS noch einen Fluch hinterherzuschicken (O-Ton: „pax you mr jerman you joking with me i hope you ded on the sie or the boat pax you sit“) – was ihm das im Land von Karma einbringt, wird er wohl selber sehen.

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Zu unserer grossen Erleichterung stellten wir fest, dass weder Brasilianer noch Bodyboarder an Bord waren, sondern die ganze Gruppe (3 Amis aus San Diego, 3 Grommies [=suess pubertierende Teeniesurfer] von der Sunshine Coast, 1 Schwede, 1 Suedafrikaner und 1 Melbourner Kneeboarder [paralympische Surfdisziplin]) richtig nett und entspannt war. Noch in der gleichen Nacht nahmen wir Kurs Richtung Lombok und Desert Point.

Desert Point:
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Leider war (wie von Nick vorausgesagt) der Swell noch nicht eingetroffen und wir entschieden uns, den Tag zur Ueberfahrt nach Scar Reef auf Sumbawa zu nutzen, denn Richtung und Groesse des Swells sollten fuer diesen Spot am optimalsten sein. Auf dem Weg dahin hatten wir jedoch mit starken Winden, Stroemungen und ausgesprochen rauhem Seegang zu kaempfen, weshalb Ina zum ersten Mal in ihrem Leben seekrank wurde – was sie jedoch nicht davon abhielt, die Beine vorne ueber den Bug baumeln zu lassen, der sich bei jeder Welle mehrere Meter hob und senkte („als ob man einen riesigen Drachen reiten wuerde“) – was sie jedesmal wieder mit lautem Quietschen begleitete. Weil das Boot jedoch so doll schaukelte, traute sie sich nicht mehr ihren einmal eingenommenen Platz zu verlassen, bis wir endlich im Channel vor Scar Reef ankerten und erreichte erst in der Dunkelheit voellig erschoepft und durchgefroren wieder die Kabine, in der alle anderen die Fahrt ueber DVDs geschaut und eiskalte Bintangs vernichtet hatten.

Scar Reef am ersten Tag:
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Am naechsten Morgen erwachten wir zum Anblick von glassy 2m Wellen. Da allerdings auch noch 2 andere Boote dort ankerten (u.a. die „Putra Wisata“, die wir an eben diesem Morgen 12h Fahrt entfernt haetten besteigen sollen – also war der Deal von Onkel Jimmy sowieso Fake, wie wir richtig vermutet hatten…) und auch noch einige Surfer von Land rausgepaddelt waren, war es leider relativ crowded. Nichtsdestotrotz war es eine gute Trainingssession, um sich bei kleineren Bedingungen mit dem Riff vertraut zu machen. Gegen 10h setzte der Onshore ein und wir beobachteten den Tag ueber wie die Wellen mit jedem Set groesser wurden. Leider blieb der Wind den ganzen Tag ueber ziemlich stark, doch ein paar von uns entschieden sich trotzdem am spaeten Nachmittag rauszupaddeln. Wie gross es wirklich bereits geworden war merkte man erst im Lineup und die starken Stroemungen machten das ganze zu einer ziemlich anstrengenden und nicht ganz ungefaehrlichen Angelegenheit. Karl, einer der Grommies, verlor auf der Outside sein Brett und musste eine halbe Stunde gegen die Stroemungen in doppelkopfhohen Wellen schwimmen, bis das Zodiac ihn gegen die tiefstehende Sonne sah und ihn einsammelte. Pat, Hinga und Ansgar bekamen dennoch einige fette Wellen, so dass es im Endeffekt die furchteinfloessenden Waschgaenge und die ganze panische Paddelei wert war.

Scar Reef am zweiten Tag:
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Am naechsten Morgen war es tatsaechlich noch groesser geworden, aber voellig clean mit leichtem Offshore. Da die anderen beiden Boote verschwunden waren und nicht mal alle von unserem Boot ueberhaupt rausgingen, hatten wir eine epische Session mit einer handvoll Leuten in perfekten Wellen. Angesichts der Groesse und des scharfen, vor allem auf der Inside sehr flachen Riffs war das ganze ein ziemlicher Adrenalinrausch. Zum Glueck blieb es bei einigen Schnittwunden und alle kamen (samt Brett) heile zurueck an Bord.

Spaeter erfuhren wir uebrigens, dass die „Putra Wisata“ an diesem Tag im wellenlosen Schatten der Gilli Islands geankert hatte, da die Crew behauptete, bei dem grossen Swell keine Wellen ansteuern zu koennen. (Einem anderen Boot, der „Dreamweaver“ sind wohl beim letzten grossen Swell beide Ausleger abgebrochen – was die Company jedoch nicht davon abhaelt, das Boot weiterhin unrepariert mit zahlenden Gaesten auslaufen zu lassen…) Wie auch immer, Fakt ist wohl, dass das Schiff ausserdem zurueck musste, weil es wegen der schwaecheren Motoren keine langen Strecken am Stueck bewaeltigen kann. Laut Nick haette es trotzdem eine ganze Reihe Spots gegeben, die sie in diesen Bedingungen haetten anlaufen koennen, aber da sie keinen Surfguide an Bord hatten, folgt das Boot stumpf einer festgelegten Route – Pech gehabt!

(Also, falls jemand von euch einen aehnlichen Boottrip plant, wir haben mit Rockys Company gute Erfahrungen gemacht, vor allem angesichts dessen, was wir ueber andere mitbekommen haben – in jedem Fall aber solltet ihr selber checken, dass ein guter Swell am Start ist, bevor ihr was bucht: www.baliwavehunter.com und www.coconutsafaris.com oder am besten direkt bei rocky@baliwavehunter.com).

Ansgar am zweiten Tag:
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Als gegen mittag der Wind drehte, fuhren wir zu Supersuck, einer extrem heftigen linken Barrel, die erst zum zweiten Mal in dieser Saison ueberhaupt richtig lief, da sie einen ziemlich soliden Swell braucht. Dementsprechend war es dort auch kleiner als bei Scar – aber dafuer bricht die Welle mit unglaublich viel Kraft in knietiefem Wasser, das heisst perfekte, teilweise 100m lange Barrels und schmerzhafte Begegnungen mit dem Riff. So dauerte es auch nur 10 min bis zum ersten gebrochenen Brett und da Ansgar sich am Abend vorher schon den Arm ordentlich geprellt und gezerrt hatte, entschied er nach einem fiesem, aber ueberlebten Wipeout und einer coolen Welle, dass das Risiko, das Board oder sich selbst zu zerstoeren zu gross war. Stattdessen leistete er Ina im Zodiac beim Filmen und Fotografieren Gesellschaft.

Supersuck am zweiten Tag:
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Scar Reef am gleichen Abend:
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Als wir abends zu Scar Reef zurueck kamen, war es immer noch riesig, aber der WInd war wieder ziemlich stark. Da niemand mehr die Energie fuer eine weitere Session aufbringen konnte, genossen wir einfach den Sonnenuntergang bei einem kuehlen Binatng und koestlichem Chicken-Curry.

Scar Reef am dritten Tag:
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Da wir das einzige Boot vor Ort waren entschlossen wir noch eine weitere Nacht bei Scar zu ankern und dort eine weitere Morgen-Session mitzunehmen. Der Swell war ueber Nacht wieder etwas kleiner geworden, aber es waren immer noch gute Sets unterwegs und wenigstens einem von uns verpasste es am letzten Tag noch eine seiner namensgebenden Narben. Ansgar musste nach einer Stunde und einigen Waschgaengen durchs Riff seine Session abbrechen, da er wegen seines Arms nur noch einarmig paddeln konnte. Da die Wellen allerdings immer noch so gut aussahen, dass er es nicht aushalten konnte zuzuschauen, nahm er vernuenftig wie er nun mal ist zwei Schmerztabletten und holte sich noch eine ordentliche Abschiedswelle (s.u.) bevor wir den Anker lichteten und Richtung Desert Point die Rueckreise antraten. Alle waren total gestoked, Hinga hatte die laengste Barrel seines Lebens und Pat erwies sich als maennliche Version von Ina und feierte seine Wellen mit minutenlangen Jubelschreien auf dem Wasser.

Ansgar
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Auf der Rueckfahrt zu Deserts wurden auch endlich Hingas unermuedlichen Angelbemuehungen honoriert und unter den Anfeuerungsrufen der gesamten nicht mehr ganz nuechternen Meute (All-Inclusive Bintangs blieben nicht folgelos) zog er einen massiven Barracuda an Deck, den die Crew auf traditionell balinesische Weise in Bananenblaettern schmorte und zum Abendessen servierte. Leider liess sich Michael (liebenswuerdiger Grossmaul-Grommie Nr. 1), den wir tags zuvor schon dazu ueberredet hatten, sich einen Iro rasieren zu lassen, nicht dazu bewegen, seine Hand fuer 10$ in das Maul des immernoch schnappenden Fisches zu stecken – schade, dass Anselm nicht da war, der haette es fuer 5 Mark gemacht…

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Desert Point, die angeblich beste Welle der Welt, lief leider nicht ganz so gut wie erhofft und war wie zu erwarten supercrowded. Immerhin, bei den groesseren Sets zeichnete sich die Qualitaet der Welle ab und hoffentlich schaffen wir es nochmal waehrend dieses Trips diesen Point richtig gut zu erwischen.

Desert Point
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Kurz vor Bali machten wir noch an der kleinen Insel Nusa Lembongan halt und surften hier ein Riff, das wie ein Beachbreak bricht und somit alle Nachteilen eines Beachbreaks (Stroemungen, Shifting peaks) und alle Nachteilen eines Riffs (scharfe Korallen) vereint. Trotzdem hat der Point ein wunderschoenes Setup mit einem Tempel auf der Klippe.

Lembongan
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Wieder an Land machten sich die 6 Tage Seegang in den Beinen bemerkbar, und vor allem Ina torkelte noch 2 Tage lang mit stark schwindelig durch die Gegend.

Jetzt sind wir also wieder in Kuta und haben es in der letzten Woche wirklich etwas ruhiger angehen lassen. Sogar Ansgar hat gerade ein kleines „Burn out-Syndrom“. So haben wir haben wir uns einen DVD-Player gemietet und uns 2 Tage in unser Hotelzimmer verkrochen, auch um die ganzen kleinen Wehwehchen der krassen letzten Surfwochen auszukurieren. (Ansgar glaubt ausserdem, als Nebenwirkung seines Malariamedikaments eine Lichtallergie wie Hannelore Kohl zu haben…).

Mittlerweile steht der naechste Swell schon wieder vor der Tuer, und es sieht so aus, als wuerden wir dafuer nach Sumbawa, zu Lakey Peak fliegen.

P.S.: Eine Schande, dass dieses Hundebaby wohl am naechsten Tag zu Sate verarbeitet wird…

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P.P.S.: In einigen Punkten sind uns Entwicklungslaender weit voraus…

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Fotos unter

http://inaundansgar10.picturepush.com/album/30197/p-Indo-2.html

http://inaundansgar7.picturepush.com/album/30292/p-Indo-1b.html

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Indo 1a – G-Land

1. Oktober 2008 von Ina und Ansgar

Selamat Pagi!

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Der Flug nach Denpasar war dank unablaessigen Bundaberg-Rum-Nachschub der Stewardessen trotz einiger Turbulenzen sogar fuer Ina ertraeglich (Ansgar brauchte den Rum hauptsaechlich um sich vom Bordentertainment abzulenken – warum ausgerechnet „Sex and the City“ als einziger Film?).

Erstmal im Taxi einen Weg durch die schwuele Hitze gebahnt, kamen wir im Chaos von Kuta an. Zum Glueck lag unser am Flughafen gebuchtes Hotel in einer Nebengasse und der Pool im Hinterhof war ein angenehmer Ort zum Relaxen. Das Hotel war zwar etwas teurer als die Standards hier, aber die Klimaanlage half uns in den ersten Tagen mit der unglaublichen Hitze klarzukommen (Ansgar verliert jeden Tag einige Hektoliter Fluessigkeit und selbst Ina sah schnell ein, dass 3 lange Hosen und Pullis nicht ganz die richtige Gardrobe sind…).

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Nach 2 Tagen (an denen die Wellen sowieso klein waren) Akklimatisierung, Shoppingrausch (Ina brauchte schliesslich 11 Sommerkleidchen statt Jeans) und exzessivem Austesten der lokalen Cuisine in Kuta zeichnete sich auf den Internetcharts ein solider SSW-Swell ab. So bot sich sofort am Anfang unseres Trips die Chance, einen von Ansgars Traeumen in die Tat umzusetzen: G-Land (fuer Surfer so was wie Mekka fuer die Moslems, wie Duty Free Shops fuer Skandinavier oder wie ein All-you-can-eat-Dessert-Buffet fuer Ina – kurzum: der heilige Gral fuer Goofyfooter). Jeder Surfer, der mal Sequenzen von diesem Spot in den Videos gesehen hat, wird wohl den inneren Konflikt nachvollziehen koennen, die legendaere Grajagan Bay unbedingt einmal surfen zu wollen, aber nie zu wissen, ob man (besonders als deutscher Teilzeitsurfer) dieser Herausforderung in der Realitaet wirklich gewachsen waere. So ging es zumindest Ansgar.

So wussten wir gar nicht, ob wir G-Land ueberhaupt in Angriff nehmen sollten… aber ehe wir uns versahen war aus dem Infos-zu-den-G-Land-Surf-Camps-sammeln eine Buchung fuer den selben Abend geworden. Wir wollten eigentlich in „Bobby’s Surf Camp“, dass uns alle empfohlen hatten, aber da das ausgebucht war, landeten wir bei Raymond’s „G-Land Surf Camp“. Wie sich spaeter herausstellte, haette uns gar nichts besseres passieren koennen.

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Da G-Land mitten im Dschungel von Java liegt, ist die einzige Moeglichkeit, dort zu surfen (abgesehen von voellig ueberteuerten Speedboot-Tagestrips) ein Aufenthalt in einem der Surf-Camps direkt am Point. Nach allem was wir mitbekommen haben ist „YoYo’s Jungle Camp“ etwas billiger als die anderen, aber das Essen ist ziemlich mies. Bobby’s ist das groesste und teuerste Camp, dafuer aber auch das modernste. Dafuer wirkt es aber auch unpersoenlicher, als wir es bei uns erfahren haben. Das G-Land Camp liegt am naechsten am Point, hat super Personal, dreimal taeglich sehr leckeres, abwechslungsreiches, ueppiges Essen (Ina hat es immer das „Mastcamp“ genannt) und eine familiaere Atmosphaere.

Wir hatten Riesenglueck, und eigentlich alle Leute (immer ca. 15), die mit uns im Camp waren, waren saunett. Wir haben hier witzigerweise sogar alte Bekannte wiedergetroffen: Tommy, den 2m-Ami, den wir auf unserem letzten NZ-Trip vor vier Jahren schon in Raglan getroffen haben (wir haben uns allerdings erst an ihn erinnert, als er uns erzaehlt hat, das er mit seiner 150cm-Freundin unterwegs war – ueber die beiden haben wir damals mit Diro immer herzlich lachen koennen – er seinerseits erinnerte sich an ein seltsames Dreiergespann, was sich jeden Morgen aus einem viel zu klein erscheinenden weissen Bulli schaelte…), ausserdem Pete, den Taranaki-Local, mit dem wir eine einsame Session bei Fin Fuckers hatten, und der Ina immer so nett geholfen hat, die richtigen Wellen anzupaddeln.

Wir haben nach diesen 10 Tagen im Camp auf jeden Fall viele Freunde und Schlafplaetze auf der ganzen Welt gesammelt.

Erster Eindruck von G-Land am Morgen der Ankunft.
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Ein G-Land-Trip ist zwar nach indonesischen Standards nicht gerade billig, aber in den 330$ pro Person pro Woche ist alles inklusive. So wurden wir abends am Hotel in Kuta abgeholt. Im zunaechst geraeumigen Bus liess es sich auch ganz gut schlafen – doch nach der Faehrueberfahrt von Bali nach Java wurde alles etwas unentspannter. Da der zweite Van Stueck fuer Stueck den Geist aufgab, mussten wir alle 5min anhalten, und schliesslich die 5 anderen fuer die stundenlange Buckelpistenfahrt durch den Dschungel noch zu uns in die Karre quetschen. Entsprechend geraedert kamen wir frueh morgens im Camp an, doch das herzhafte Fruehstueck und die ueberkopfhohen Wellen mit Offshore liessen die Strapazen schnell unwichtig werden.

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Entgegen Ansgars Vorstellungen einer einzigen, perfekten langen Barrel besteht das Riff von G-Land aus einer ganzen Reihe unterschiedlicher Sections, die bei unterschiedliche Swellrichtungen und -groessen laufen. Dabei verbinden sich einige von ihnen manchmal zu schier endlosen Rides. Der aeusserste surfbare Peak ist „Kongs“, eine verhaeltnismaessig softe Section, die an groesseren Tagen nicht mehr laeuft. Dann kommt „Moneytrees“, die sowohl lange perfekte Walls als auch heftige Barrels und Closeouts produzieren kann. „Launching Pad“ heisst die etwas fettere Stelle in der Welle, an der an groesseren Tagen ein relativ entspannter Takeoff moeglich ist, um die letzte, schnellste und hohlste Section „Speedies“ zu surfen.

Um richtig gut zu laufen, braucht G-Land Offshore-Winde, die meistens im Laufe des Vormittags staerker werden. Weil die meisten Surfer solange warten, hat man frueh morgens dementsprechend die Chance auf relativ leere Wellen, die dafuer hauefig Closeout brechen. Ansonsten gilt generell, je groesser der Swell desto unsurfbarer bzw. gefaehrlicher wird die Low-Tide.

In den ersten Tagen surfte Ansgar vor allem Kongs und Moneytrees, da diese Sections groesser waren und weniger crowded als Speedies (wo sich regelmaessig die Meute wegen eines Profi-Fotografen im Zodiac um die Barrels pruegelte). Die ganze Zeit ueber wurde es eigentlich nie kleiner als drei Meter und so war jeder Tag eine Herausforderung, denn die Welle ist unglaublich schnell und kraftvoll. Die Wipeouts sind sehr, sehr heftig – jeden Tag gab es garantiert mindestens 2 zerbrochene Bretter und selbst an mittelgrossen Tagen sah man die Surfer blutend uebers Riff humpeln. Aber jede einzelne Welle, die man hier surft, bleibt unvergesslich.

Das Riff
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Um zur Welle zu gelangen, muss man einige hundert Meter ueber das Riff laufen (oder bei Hightide paddeln), das zwar schoen aussieht, aber von ziemlich ekeligen Kreaturen bewohnt wird – jedesmal, wenn Ina zum Fotos machen aufs Riff ging, hat sie neue Absurditaeten entdeckt und erforscht. Ansgar ist im Riff sogar einmal ueber eine schwarzweiss geringelte Seeschlange gestolpert (die ganz bestimmt nicht giftig war)!

Tigertracks
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In der Naehe brechen auch noch andere, nicht ganz so krasse Wellen, 20/20s und Tigertracks, die aber einen grossen Swell benoetigen. Insofern liessen wir uns an einem der groesseren Tage mit dem campeigenen Fahrzeug (Trecker Marke Eigenbau) ueber die sogenannte Strasse dorthin bringen. So kam Ina auch wenigstens einmal ins Wasser und surfte eine Welle, bevor die Tide zu niedrig wurde und die Korallen anfingen, aus dem Wasser zu ragen. Warum der Spot Tigertracks heisst, kann sich ja jeder selber denken, auch wenn sich mittlerweile – zumindest laut Aussagen der Campcrew – die Tiger (und Panther) wegen der vielen Menschen tiefer in den Dschungel zurueckgezogen haben.

Auf dem Rueckweg wurde Ansgar auf der Ladeflaeche sitzend von einem Bambusast angegriffen und hatte Glueck, dass das ganze nicht ins Auge ging und er am gleichen Nachmittag wieder bei G-Land ins Wasser konnte.

G-Land am gleichen Nachmittag
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Naechster Tag:
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Wegen der Ankuendigung eines grossen Swells verlaengerten wir unseren Aufenthalt um ein paar Tage. Und so erlebten wir laut Aussage des Fotografen die „besten Tage der ganzen Saison“ mit!

G-Land wurde also gross. Richtig gross. Scary gross.

Als Ansgar an diesem Morgen bei Speedies rauspaddelte und das erste dreifachkopfhohe Set sich in riesige Barrels verwandeln sah, musste er ernsthaft an seinem Geisteszustand zweifeln und fragte sich, was zum Teufel er ueberhaupt hier draussen machte. Also setzte er sich erstmal eine Stunde in den Channel und bestaunte die wohl beeindruckensten Wellen, die er jemals aus dem Wasser gesehen hatte.

Leider laesst sich diese Welle nur so richtig aus dem Wasser fotografieren und unsere Aufnahmen koennen nicht einmal ansatzweise einen Eindruck davon vermitteln, was in dieser Session ablief. Nachdem sich Ansgar mit dem Gedanken angefreundet hatte, eine Welle anzupaddeln, blieb lediglich das klitzekleine Problem bestehen den ca. 80 anderen, groesstenteils richtig guten Surfern eine Welle abzuluchsen. So bekam er zwar keine der grossen Setwellen (wahrscheinlich zu seinem Glueck), aber die eine, die er ergattern konnte, war sicherlich eine der besten seines Lebens.

Launching Pad

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Der Tag brachte aber auch nicht nur gutes. Entsprechend der Wellengroesse wurden auch die Verletzungen schlimmer. Joel, Petes Sohn, hat sogesehen nach einem Wipe Out ins Riff mit gebrochener Nase, 10cm Platzwunde und zerfleischten Fuessen noch mal Glueck gehabt. Wenigstens hatte er vorher die „beste Barrel seines Lebens“ – das war es ihm also wert, auch wenn er und Pete am naechsten Tag wegen seiner Verletzung abreisen mussten.

Image Hosted by PicturePush Tapferer Joel – konnte vom Dr. wegen der anderen, schwerer Verletzten nicht mal zu Ende genaeht werden… (wenn das die Airline wuesste, fuer die er als Pilot arbeitet, dann duerfte er jetzt 2 Jahre wegen der Gehirnerschuetterung nicht fliegen…)

Der andere Typ mit gebrochenen Handgelenken und dem Beckenbruch hatte es dabei nicht so gut. Er musste mit inneren Blutungen stundenlang am Strand liegen, da alle Hubschrauber auf Bali fuer touristische Zwecke ausgebucht waren und wir schliesslich laut Aussage eines indonesischen Offiziellen „auf eigenes Risiko“ im Dschungel surfen. Zum Glueck ist in G-Land immer ein westlicher Arzt vor Ort, der ihn zumindest mit Morphium versorgte. Als sich nachts sein Zustand verschlimmerte, spannten sie eine Haengematte in einen Van und fuhren ihn ueber die unsaeglichen Strassen ins 3h entfernte Dorfkrankenhaus. Von da aus wurde der arme Kerl dann doch endlich am naechsten Tag erst nach Bali, dann nach Australien ausgeflogen. Nach einigen Tagen haben wir erfahren, dass er durchgekommen ist.

Alles in allem war das eine ziemliche Horrorerfahrung. Besonders fuer Ina, die auf dem Aussichtsturm sass, wo sich die Verletztenmeldungen rumsprachen und die bei jeder neuen Nachricht natuerlich an Ansgar denken musste.

Ansgar ist aber ausser ein paar Kratzern nichts passiert, er war sogar einer der wenigen, die all ihre Bretter in einem Stueck mit zurueck genommen haben!

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Trotz der horrenden Preise, die der Fotograf fuer seine Bilder verlangte, erstand Ansgar eine Sequenz, die am zweiten, etwas kleineren Tag des Swells von ihm geschossen wurde:
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Zu den tierischen Bewohnern von G-Land gehoeren massenhaft Affen, Wildschweine, Schlangen (Tommy hat sogar eine 2m grosse gruene Mamba gesehen), Malariamoskitos und allerlei Echsen (unter anderem 30cm Riesengeckos). Wir haben leider erst am Tag unserer Abreise davon erfahren, dass in Bobby’s Camp jeden Tag die grossen Kommodowarane angelockt werden…

Image Hosted by PicturePushImage Hosted by PicturePushImage Hosted by PicturePushImage Hosted by PicturePush … Ina wurde dafuer entschaedigt mit dem kleinen Babywaisen-Aeffchen, dessen sich der Fotograf und seine Frau angenommen haben.

Goodbye, G-Land! – Letzter Blick auf die Welle vor der Rueckreise
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Image Hosted by PicturePushImage Hosted by PicturePush Hoffentlich sehen die indonesischen Flugzeuge vertrauenserweckender aus als die Faehren!

Image Hosted by PicturePush Um vom Zustand der Faehren abzulenken, springen kleine Kinder fuer ein paar Cent zur Belustigung der Touristen vom Dach der Schiffe – Anselm, das waer doch auch ein Job fuer dich!

P.S.: Ina gefaellt ihr Namensvetter ueberhaupt nicht.
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P.P.S.: Indonesierinnen und Australier in ihren jeweils traditionellen Gewaendern beim Vollmond-Tanz.
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P.P.P.S.: So hat damals auch Chuck Norris angefangen.
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Fotos unter

http://inaundansgar10.picturepush.com/album/30253/p-Indo-1.html

http://inaundansgar7.picturepush.com/album/30292/p-Indo-1b.html

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DM – Tag 3

30. September 2008 von Tobias

Dritter Tag der DM. Für mich war es kurz und schmerzlos. Vierter im ersten Heat. Thomas Lange erster mit 13.0 (!) Punkten, dann Martin (mit dem ich im Februar in Leon war) mit 4.0 Punkten, dann ein anderer mit 3.5, dann ich mit 3.1. Zwar knapp aber verdient letzter. Wellen waren scheisse und ich bin schlecht gesurft.

In der Hoffnungsrunde dann dritter in meinem Heat geworden, wieder relativ knapp und noch beschissenere Wellen, aber die gelten ja nunmal für alle im Heat.

Jetzt überlege ich, ob ich noch nach Mundaka fahren soll, aber auch für dort sind grad keine Wellen am Start und gegen Ende der Woche dicker Sturm mit Regen und Wind-Swell.

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DM – Tag 2

29. September 2008 von Tobias

Tag 2 der deutschen Meisterschaften. Ich kann es kurz machen. Es wurde nur in den Klassen Longboard und Junior gesurft, die Wellen haben ihr schlechtestes Gesicht seit den rund dreieinhalb Wochen, die ich jetzt am Atlantik bin gezeigt.

Morgen früh geht es dann mit besserem Forecast und hoffentlich guten Wellen weiter, ich werde meinen Heat wahrscheinlich recht früh haben, hoffe, dass am Nordpodium dann noch ein paar Linke laufen…

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