Bobby Martinez gewinnt erneut Billabong Pro Mundaka

14. Oktober 2007 von Michael

BILLABONG PRO MUNDAKA
Mundaka, Euskadi (Nordspanien)
2. bis 14. Oktober 2007
ASP Fosters World Championship Tour (WCT)
US$ 300.000 Preisgeld
www.billabongpro.com

Bobby Martinez (USA) gewinnt zum zweiten Mal in Folge den Billabong Pro Mundaka; Taj Burrow (AUS) unterliegt knapp im Finale

Mundaka, 14. Oktober 2007

Am letzten Tag der Waiting Period des Billabong Pro Mundaka konnte das Finale am heutigen Sonntag in dem kleinen Fischerdorf im Norden Spaniens bei schwierigen Bedingungen gesurft werden. Aufgrund von schlechten Wellen in Mundaka musste die gesamte Vorrunde bisher im 15km entfernten Bakio durchgeführt werden.

In dem 40-minütigen Heat im Finale trafen der Amerikaner Bobby Martinez und Taj Burrow (AUS) aufeinander. Martinez konnte sich zuvor im Halbfinale gegen den aktuell Führenden der WCT Gesamtwertung, Mick Fanning (AUS), behaupten. Burrow besiegte den achtfachen Weltmeister Kelly Slater (USA).
Martinez und Burrow waren bisher noch nie aufeinander getroffen. In den 1m bis 1,5m Wellen am heutigen Tag hatte Martinez die erste Welle im Finale für die er sich 6.33 Punkte sichern konnte. Kurz darauf legte der 25-jährige Amerikaner mit 8.17 Punkten für eine weitere Welle nach, so dass er Burrow in einer Kombisituation zurück liess, aus der sich der Australier nur mit zwei Wellen mit einer Summe von 14.51 Punkten befreien konnte.
Bobby Martinez war als “Goofy Footer” (rechter Fuß auf dem Brett vorne) in der linksbrechenden Welle von Mundaka gegen den “Natural Footer” Burrow klar im Vorteil. In den schnellen Wellen hatte Martinez die verschiedenen Sektionen der Wellen besser im Blick, während Burrow immer mit dem Rücken zur brechenden Welle surfen musste.
Zur Hälfte des Heats wählte Burrow eine gute Welle, in der er viele Turns unterbringen konnte und einen Score von 6.83 von den Judges erhielt. Nun benötigte der 29-jährige Australier eine 7.68, um Martinez die Führung abzunehmen. Allerdings erhöhte der Kalifornier den Druck gegen Burrow und erhöhte so seinen Vorsprung Stück für Stück.
Taj Burrow surfte dann eine fantastische Welle die ihm den höchsten Score des Tages mit 9.33 Punkten einbrachte. Martinez geriet unter Druck, konnte aber mit der zweiten Welle in diesem Set direkt kontern (8.27 Punkte). In den verbleibenden drei Minuten musste Burrow nun eine 7.11 erreichen, um Martinez’ Titelverteidung zu verhindern. Das sollte ihm nicht mehr gelingen und so heisst der alte und neue Sieger des Billabong Pro Mundaka – Bobby Martinez!
“Ich kann es nicht glauben”, sagte ein überwältigter Bobby Martinez anschließend. “Ich habe es noch gar nicht realisiert. Letztes Jahr habe ich als Rookie hier gewonnen und dieses Jahr ist bisher sehr schlecht für mich gelaufen, und dann gewinne ich hier schon wieder, unglaublich. Kelly hatte mir gesagt, dass ich möglichst weit innen sitzen soll, um dort auf die richtigen Wellen zu warten. Er hatte recht, und ich habe zudem das “geheime Wachs” benutzt! Aber darüber kann ich nicht redden”, scherzte der neue und alte Champion weiter. “Vor einer Woche hatte ich einen Traum in dem ich hier gewinnen würde. Ich habe niemandem davon erzählt, nicht mal meiner Freundin. Jetzt ist dieser Traum Wirklichkeit geworden und das fühlt sich irgendwie noch komisch an. Für die Jungs geht es um den Weltmeistertitel, für mich aber nur darum, dass ich mich für das nächste Jahr qualifizieren. Jetzt bin ich froh, dass ich diesem Ziel einen großen Schritt näher gekommen.”

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Neben seinem Sieg beim Billabong Pro Mundaka gewann Bobby Martinez ebenfalls den Nixon “Winner takes it all” Award, der hier in Mundaka für die längste gesurfte Tube im Laufe des Contests vergeben wurde. Im Viertelfinale konnte Martinez mit 2,3 Sekunden die einzige Tube beim diesjährigen Billabong Pro Mundaka surfen. Neben den US$ 30.000,– Preisgeld für seinen Sieg, ziehrt nun zusätzlich eine US$ 10.000,– Nixon Uhr das Handgelenk des Amerikaners.
Die US$ 2.000,– für das Best Kustomized Manoeuvre, das von Kustom Footwear ausgelobt wurde, sicherte sich Josh Kerr (AUS) mit einem hohen Aerial in der ersten Runde des Contests.

Ereignisse im Halbfinale

In den zwei 35-minütigen Heats des Halbfinales waren nur wenige gute Wellen zu erwischen und das kappelige Wasser durch den leichten Seitenwind machte es den vier im Wettbewerb verbliebenen Surfern nicht leicht.
Der erste Heat des Halbfinales wurde um 11.40Uhr gestartet. Mick Fanning (AUS) musste gegen Bobby Martinez (USA) antreten. Die bisherigen zwei Aufeinadertreffen der beiden Surfer konnte beide Fanning für sich entscheiden.
In seinen ersten drei Wellen stürzte Fanning jeweils. Wie Taj Burrow ist Fanning ein “Natural Footer” und musste hier folglich die gesamte Zeit mit dem Rücken zur Welle surfen. Zirka zur Hälfte des Heats lag der 26-jährige Australier zurück und benötigte einen Score von 6.67 für den Sieg. Martinez wählte seine Wellen sehr smart und surfte insgesamt nur drei Wellen. Kurz vor Schluß lag Fanning sogar mit 8.16 Punkten zurück und diesen Vorsprung sollte er nicht mehr aufholen können. Martinez stand somit erneut im Finale des Billabong Pro Mundaka.
“Es fühlt sich gut an, endlich mal wieder ein Finale geschafft zu haben, denn es war für mich ein eher unglückliches Jahr bisher”, sagte Martinez anschließend. “In Chile habe ich gegen Mick noch verloren, und daher bin ich froh, dass ich mich heute revanchieren konnte. Sicher wäre es schön hier erneut zu gewinnen, aber ich denke nicht zuviel an das, was letztes Jahr war. Für Kelly und Taj geht es weiterhin um den Titel, davon bin ich weit entfernt, aber dennoch möchte ich für mich hier erfolgreich sein.“

Die beiden anderen Halbfinalisten, Taj Burrow (AUS) und Kelly Slater (USA), waren in ihrer Karriere bisher 15 mal aufeinander getroffen. Mit 10 Siegen sprachen die Statistiken für einen klaren Erfolg für Slater. Allerdings hatte Burrow das letzte Duell der beiden im Finale des Billabong Pro Jeffery’s Bay (Südafrika) in diesem Jahr für sich entscheiden können.
Dieses Halbfinale war von niedrigen Ergebnissen und sehr wenigen guten Wellen geprägt. Aber selbst unter diesen Bedingungen konnte der 29-jährige Burrow den Rekordweltmeister unter Druck setzen und so benötigte Slater 6.33 Punkte für den Sieg. Mit dem bis dato höchsten Score des Tages (8.17 Punkte) liess Taj Burrow Slater dann sogar in einer Kombisituation zurück, in der dieser zwei Wellen mit einer Gesamtsumme von 14.01 Punkten benötigte. Das sollte dem Amerikaner heute aber nicht mehr gelingen und so zog Burrow in das Finale gegen Martinez ein.
“Bobby surft hier sehr gut und es wird sicher sehr schwer gegen ihn. Als Titelverteidiger kann er mit viel Selbstbewusstsein ins Finale gehen. Ich werde versuchen mein Bestes zu geben und hoffentlich die richtigen Wellen auswählen. Ich fühle mich gut und nun hoffe ich, dass ich das auch umsetzen kann”, sagte Burrow kurz vor dem Beginn des Finales.

Alle Ergebnisse, Fotos, Videos von jedem gesurften Heat sowie Backstage-Berichte vom Billabong Pro Mundaka sind auf www.billabongpro.com zu finden. Bis zum nächsten Jahr, Hasta Luego!

Ergebnis im Finale:
Final: Bobby Martinez 16.44 def. Taj Burrow 16.16

Ergebnisse im Halbfinale:
Heat 1: Bobby Martinez (USA) 14.17 def. Mick Fanning (AUS) 11.67
Heat 2: Taj Burrow (AUS) 14.00 def. Kelly Slater (USA) 4.93

Ranking der WCT nach 8 von 10 Events (inkl. Mundaka):
1. Mick Faning (AUS) 7.346
2. Kelly Slater (USA) 6.326
3. Taj Burrow (AUS) 6.275
4. Joel Parkinson (AUS) 5.505
5. Andy Irons (HAW) 4.966

→ Hinsichtlich der Weltmeisterschaft beim nächsten Tourstopp in Brasilien sind folgende Szenarien denkbar:
– Gewinnt Fannning in Brasilien, dann gewinnt er den Weltmeistertitel
– Wird Fanning Zweiter und gewinnt Burrow, dann ist Slater raus aus dem Titelrennen
– Wird Fanning Dritter und Burrow Zweiter, dann ist Slater raus aus dem Titelrennen
– Wird Mick Fünfter, dann muss Burrow Dritter und Slater Erster werden